U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-21, Trial Transkript, S. 18798-18814
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-21, Trial Transkript, S. 18798-18814
ReferenceDMP.000-Mauthausen-6.18798
Content descriptionSeite: 18798-18814, Alois Riml, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er habe Cuerten, so Riml, zum ersten Mal in Schwechat gesehen, wo er ca. von Oktober 1943 bis Juli 1944 - bis zur Bombardierung - inhaftiert war. Danach sei er nach Floridsdorf überstellt worden und dort bis November 1944 verblieben. Mit Ausnahme eines Monats, in welchem er in Schwechat in der Fabrik gearbeitet habe, sei er als Schreiber im Revier eingesetzt gewesen, erklärt Riml. Cuerten sei dort für das Häftlings- und SS-Revier verantwortlich gewesen und abgesehen von einigen Tagen im KLM immer anwesend gewesen; auch habe es auch einen SS-Arzt gegeben und einen Häftlingsarzt namens Josef Krachowski. Riml beschreibt seine Tätigkeit als Schreiber im Revier und berichtet von einem Vorfall im Frühling 1944, bei dem er gesehen habe, dass Cuerten in Schwechat einem Häftling eine Benzininjektion gab. Er habe für diesen die Todesmeldung geschrieben und erklärt in diesem Zusammenhang, dass die SS-Ärzte hierfür bereits vorgefertigte unterschriebende Formulare ausgegeben hätten - in diesem Fall sei es Sturmbannführer Klimek gewesen. Die Todesursache habe Cuerten als "natürlich" angegeben (Tuberkolose, Schwäche, Herzschwäche, Blutvergiftung); im Fall einer Exekution habe man Selbstmord angeführt. Cuerten, so Riml, habe ihn auch mehrmals geschlagen, zum Teil massiv. Er bestätigt zudem die Frage der Anklage, wonach Cuerten regelmäßig betrunken gewesen sei. Riml gibt u.a. weiters an, er habe selbst gesehen, wie der in Hinterbrühl entflohenen und wieder gefangene Häftling in Floridsdorf von Streitwieser, Buehne und Cuerten (der Lagerälteste Bawella sei auch anwesend gewesen)in den elektrischen Zaun geworfen wurde - dessen Leiche habe er am Folgetag gesehen. Buehner, so Riml, sei im Sommer 1944 nach Floridsdorf gekommen; vorangehend sei Schiller der Appellführer gewesen. Bruckner sei bereits vor Schiller da gewesen. Im Jänner 1945, erklärt Riml, sei er von Buehner beinahe totgeschlagen worden, da er offenbar versucht hatte einen Brief aus dem Lager zu senden. Nur wegen eines Telegramms bzw. aufgrund einer Intervention an Hauptsturmführer Schnutzler sei er nicht ermordet worden, gibt Riml an.
Persons keyword Eduard Cürten, Anton (Toni) Streitwieser, Buehne, Klimek/Klimak, Bruckner, Schnutzler, Alois Riml, Josef Karchowski, Bawella
SubjectHäftlingsrevier, Lagerarzt, Häftlingsarzt, Revierschreiber, Injektion, Mord
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