U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-26, Trial Transkript, S. 19024-19066
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-26, Trial Transkript, S. 19024-19066
ReferenceDMP.000-Mauthausen-10.19024
Content descriptionSeite: 19024-19066, Dr. Leon Gluck, Zeuge der Anklage, sagt u.a. aus: Er sei Ende August 1944 von Mauthausen nach Steyr überstellt worden, dort bis März 1945 geblieben und dann nach Gusen gekommen. Dort sei er, wie auch im KLM als Häftlingsarzt eingesetzt gewesen. Zunächst einige Woche als Häftlingsarzt für die jüdischen Häftlinge, danach habe er auch im Häftlingsreveir gearbeitet. Kauffeld, so Gluck, sei Sanitäsdienstgrad gewesen und verantwortlich für das Häftlingsrevier, wobei er der einzige SS-Angehörige dort gewesen sei. Er habe so Gluck, sonst keine SS-Ärzte in Steyr gesehen; sein Assisten, ein Sanitäter, habe Jakob Ginsberg geheißen. Gluck wird weiter zu den jüdischen Häftlingen befragt - diese hätten nicht ins Häftlingsrevier kommen können sondern seien im Krankheitsfall auf ihrem Block geblieben. Nach einigen Wochen sie die Erlaubnis gekommen, diese auch im Häftlingsrevier zu behandeln. Kauffeld, so bejaht Gluck die Fragen, hätte angeordnet, dass die jüdischen Häftlinge im Häftlingsrevier in einem unbeheizten Raum untergebracht werden und nicht die Häftlingsverpfelgung wie die anderen Kranken bekommen sollten. Gluck wird zum Häftlingsrevier befragt und zur Funktion Kauffelds; er gibt an, dass während seiner Zeit als Arzt für die jüdischen Häftlinge 3 von ihnen verstarben (Oberlander, Gans und Weinberger) - in diesem Zusammenhang berichtet Gluck von Waschaktionen, die durch Kauffeld für einen dieser Häftlinge (Oberlander) angeordnet wurden und infolge derer dieser verstarb. Der Häftling Gans habe auf Befehl Kauffelds trotz einer Erkrankung arbeiten müssen und sei offenbar deswegen verstorben, erklärt Gluck. Er berichtet weiters, Kauffeld habe ihn und Ginsberg einmal mit einem Gummischlauch unter der Begrünndung geschlagen, die anderen jüdischen Häftlinge hätten ihn nicht gegrüßt. (In diesem Zusammenhang erwähnt Gluck einen Blockältesten namens Sokolowski). Im Rahmen des Kreuzverhörs gibt Gluck u.a. an, in Steyr seien etwa 3000-4000 Häftlinge inhaftiert gewesen; kranke und arbeitsunfähige Häftlinge seien auf Entscheidung v. Kauffeld ins KLM gebracht worden.
Persons keyword Wilhelm Kauffeld, Leon Gluck. Oberlander, Gans, Weinberger, Sokolowski
SubjectHäftlingsarzt, Häftlingsrevier, Krankentransport, Mord, Misshandlung
LevelItem