U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49492-49560
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49492-49560
ReferenceDMP.000-50-5-2.49492.3
Content descriptionSeite: 49492-49560, [Fortsetzung Schmutzler-Aussage] Schmutzler gibt auch zu, die mehrfach erwähnte Ansprache vor den Häftlingen gehalten zu haben, in der er ihnen die baldige Rückkehr zu ihren Familien versprach. Er fuhr mit seinem Motorrad nach Mauthausen, wo er vom Adjutanten den Befehl bekam, die Häftlingen nach KLM zu bringen. Er fuhr zurück zur Marschkolonne und meldete das an Stier, danach kehrte er nach Mauthausen zurück, die Häftlinge sah er nicht mehr. Schmutzler sagt, er habe im Lager Besucher geduldet. Auch Briefschmuggel ließ er zu, was Ziereis nicht gefiel. Im Lager befanden sich auch zwei britische Offiziere unter den Häftlingen. Bei einem Selbstmord war er nie dabei, sagt Schmutzler. Er erfuhr durch Berichte von diesen Fällen, auch von Erschießungen auf der Flucht und meldete sie an dei polit. Abteilung in Mauthausen. Schmutzler betont, dass der Lagerarzt ihm nicht unterstellt war, sondern dem Lagerarzt in Mauthausen. Schmutzler berichtet von zwei entflohenen Häftlingen, die er an die Kripo in Wien gemeldet hatte. Ein Vorarbeiter der Fabrik wurde von diesen bewaffnenten Häftlingen bedroht, sagt Schmutzler. Deshalb holte er sich von Ziereis das OK, diese Häftlinge einzufangen. Der Ankläger fragt nach Schmutzlers Gründen für den SS- und NSDAP-Beitritt. Schmutzler wird zu einzelnen Vorfällen im Lager befragt, die ihm vorgeworfen wurden, er streitet alles ab. Obwohl er einen höheren Dienstgrad hatte als Euler, konnte er diesem keine dienstlichen Befehle geben, dieser war ihm nur disziplinarisch unterstellt, sagt Schmutzler. Er kann nichts über Entlausungsmaßnahmen in Wr. Neudorf sagen, dies sei Sache des Lagerarztes gewesen. Seines Wissens nach wurde in der Fabrik entlaust. Es gab 12 Hundeführer im Lager, einer davon war Dura, der aber später in die Administration wechselte. Sturmscharführer Nitschke war für die Hunde zuständig. Die Hundeführer mussten einen Mindestabstand zu den Häftlingen von zehn Metern einhalten, so die Regel. Der Lagerälteste in Wr. Neudorf hieß Stindl. Er war offenbar an dem SElbstmord zweier Häftlinge beteiligt, die geflüchtet waren. Schmutzler ließ davon Skizzen anfertigen und an die polit. Abteilung in Mauthausen schicken. Schmutzler bestreitet, den Hundeführern den Exekutionsauftrag erteilt zu haben. Die Hundeführer wurden beim Marsch auf die einzelnen Kolonnen verteilt. Es gab die 37. und 38. Luftwaffenkompanie und die 13. SS-Kompanie. Es geht seitenlang um Details des Evakuierungsmarsches. Der Adjutant von Schmutzler war Glass. Schmutzler sagt, dass Nitschke den Hundeführern keien Befehle geben durfte, er war nur für die Hunde selbst zuständig und war aus Berlin geschickt worden. Disziplinarisch waren die Hundeführer der Fabrik unterstellt, behauptet Schmutzler. Dienstlich unterstand aber alles außer der Poststelle und dem Arzt ihm. Er selbst und auch die Fabrik hatte das Recht, Häftlinge nach Mauthausen zurück zu schicken. Schmutzler wird mit Beweisstück 14 konfrontiert , einer Aussage von Nitschke, die schildert, wie die Hundeführer beim Marsch eingeteilt wurden. Jeden Abend mussten Glas die erschossenen Häftlinge gemeldet werden. Schmutzler sagt, er habe Euler gesagt, die vielen Erschießungen auf der Flucht müssten aufhören, doch einen klaren Befehl, sie zu beenden gab er ihm nicht - er verweist auf die Wachbestimmungen im Lager.
Persons keyword Kurt Emil Schmutzler, Euler
SubjectEvakuierungsmärsche, Exekution, Dienstunterstellung, Wachhund, Politische Abteilung, Luftwaffe
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