U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Aussage Alois Höllriegel, 27.9.1945 [eng. + deu.], S. 49749-49769
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Aussage Alois Höllriegel, 27.9.1945 [eng. + deu.], S. 49749-49769
ReferenceDMP.000-50-5-2.49749
Content descriptionSeite: 49749-49769, Alois Höllriegel gibt extrem detailliert Auskunft über diverse Vorkommnisse im KZ. Im Jahr 1941 nahm er als Absperrposten an der Erschießung von rund 30 bis 40 Häftlingen teil, im Sommer 1941 wurden eine Woche lang täglich von 18 bis 20 Uhr Erschießungen durchgeführt, jedesmal rund 40 bis 50 Häftlinge. Dem Erschießungskommando gehörten an Weisse, Bökl, Nippgen, Hirte, Edenhofer, Struller, Damaschke, Leiter waren Bachmayer oder Struller. 1942 wurden auch sechs jugosl. Partisaninnen erschossen. Höllriegel schildert weiters die Entwicklung der Gaskammer. Zuvor gab es den Gaswagen, der von SS-Oberscharführer Steimann gefahren wurde, auch Bachmayer und Krebsbach waren dabei. Höllriegel schildert, dass auch öfters Erhängungen vorgenommen wurden. 1941 flog ein Fluchtversuch auf - Häftlinge wollten durch den Heizungskanal entkommen - sie wurden erhängt. Wenn ein Häftling eine langwierige Krankheit hatte, wurde er von Krebsbach totgespritzt. Besucher: Himmler sei jährlich zwei bis drei Mal da gewesen und zeigte reges Interesse. Eigruber war mit Ziereis gut befreundet und kam öfters zur Jagd - er war häufig im Lager zu sehen. 1940 und 1941 kam Obergruppenführer Glücks einige Male ins Lager und hielt Ansprachen an die Wachmannschaft, vor allem an die Reservisten. Überdies waren Obergruppenführer Pohl, Gauleiter der Steiermark Übereiter zu Besuch, 1942 kam Kaltenbrunner - er sah bei Vergasungen zu. Eigruber wohnte Exekutionen bei. Offiziell waren Mißhandlungen verboten, dies war jedoch ein Scheinbefehl, sagt HÖllriegl. Die Kommandoführer waren meist aktive SS-Unterführer und mißhandelten die Häftlinge. Die Prügelstrafe wurde vor allem von Kofler, Nippgen und Weisse ausgeführt. Mißhandlungen begingen Kofler, Edenhofer, Niedermaier, Nippgen, Striegel, Hirte, Rainers und Spatzenegger. Spatzenegger und Edenhofer trieben im Sommer 1941 jüdische Häftlinge über den Abgrund des Steinbruchs. Bachmayer hatte zwei bissige Doggen, Korsitzky und Vielhauer begingen ebenfalls arge Mißhandlungen. Die Lebens- und Nahrungsmittelsituation war extrem schlecht, gibt Höllriegel zu. In den letzten Wochen wurden viele Fahnenflüchtige ins Lager gebracht, später ermordet und kremiert - Leiter des Krematoriums war Roth. Aufsicht im Bunker hatten immer zwei aktive SS-Unterführer - Niedermaier und Proksch waren besonders brutal. Höllriegel berichtet auch über das Frauenlager und das Zeltlager in KLM, Kommandoführer im Zeltlager war SS-Unterscharführer Kaduck aus Auschwitz. In der letzten Aprilwoche wurde das Lager aufgelöst und die Häftlinge zu Fuß nach Gunskirchen gebracht.
Persons keyword Alois Rudolf Höllriegel, Weisse, Bökl, Nippgen, Hirte, Edenhofer, Struller, Damaschke, Bachmayer, Steimann, Eduard Krebsbach, Eigruber, Pohl, Richard Glücks, Ernst Karl Kaltenbrunner, Kofler, Otto Striegel, Hirte, Rainers, Spatzenegger, Vielhauer, Korsitzky
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