U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51064-51093
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51064-51093
ReferenceDMP.000-50-5-6.51064
Content descriptionSeite: 51064-51093, Emil Müller ist Zeuge der Anklage, er ist 41 Jahre alt, Gärtner und er war Häftling in Ebensee. Er kennt alle Angeklagten beim Namen. Kobilke war 1944 Wachmann bei den "Ausgrabungen", "Grabungen" (excavations) in Ebensee. Er erklärt, dass ich SS-Männern teilweise als Häftlinge verkleideten, um besser jene zu entlarven, die nicht arbeiteten. Müller beschreibt mehrere Vorfälle, in denen Kobilke Häftlinge mißhandelte. Es gab eine Firman namens Hintereck und Fischer, die im Lager mit Zivilarbeiter tätig war. Im April 1945 seien einige Häftlinge wegen des großen Hungers zu Kannibalen geworden - Müller schildert die diesbezüglichen Vorgänge. Müller selbst sagt, er sei von Blockführer Wiener mißhandelt worden. Kurz vor Weihnachten 1944 wurde Müller von Hauptsturmführer Hoppe in dessen Villa beordert, um ihm als Gärtner zu Diensten zu sein. Diese Villa gehörte einem Nachfahren des Komponisten Mendelsohn, sagt Müller. Wiener schlug ihn, weil er sich nicht bei ihm zurückgemeldet hatte, das erfuhr Hoppe und stutzte Wiener zusammen, der Müller daraufhin nur noch mehr tyrannisierte - er band ihn bei einem Schneesturm an einer Säule im Freien drei Stunden lang fest. Müller spricht über die Ernährungssituation und die Zusammensetzung des Brotes. Euler sprach oft vom "Ausradieren" der Häftlinge, erst schießen, dann Stopp rufen, sei dessen Motto gewesen. Müller schildert auch, wie ein Pole in Ebensee öffentlich gehängt wurde. Zwei weitere Häftlinge seien auf Befehl von Lagerführer Reimer erschossen worden - etwa im Mai 1944. Einige russische Häftlinge, die in die Küche eingebrochen waren, wurden von einem Kameraden verraten und später auf Befehl von Reimer erschossen. Eines Nachts ließen Lagerführer Reimer, Dr. Jobst und Blockführer Priebel den Bluthund Lord auf Häftlinge los. Auf Reimers Konto gingen viele Morde, sagt Müller, einmal wollte Dr. Geiger diese Morde nicht als unnatürliche Todesfälle "auf der Flucht" tarnen und sie stritten sich darüber. Müller wird das Buch unnat. Todesfälle gezeigt, darin befinden sich Einträge, die mglw. Reimer zuzuordnen sind (Mai 1944). Bei Exekutionen im Lager waren Euler, Priebel, Reimer und Lindner (vmtl. Gestapo) anwesend. Lindner verlaß auch den Exekutionsbefehl. Nach seinem Streit mit Euler wurde Dr. Geiger bald versetzt, sagt Müller, der von sich weist, ein Kapo gewesen zu sein. Er sei Gärtner gewesen. Im Kläranlage-Kommando war ein Zigeuner namens Hartmann der Kapo, nicht er, sagt Müller, der selbst in Dachau in Haft ist. Man habe seine primitiven Instinkte gebraucht, um in Ebensee am Leben zu bleiben. Er habe getan, was er tun musste, sagt Müller. Es fehlte an Nahrung, Kleidung, medizinischer Versorgung und den Häftlingen wurde zuviel abverlangt, erklärt Müller weiter.
Persons keywordKobilke, Euler, Riemer, Dr. Geiger, Hoppe, Wiener, Dr. Jobst, Priebel, Emil Müller, Mendelsohn
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