U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51612-51629
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51612-51629
ReferenceDMP.000-50-5-6.51612
Content descriptionSeite: 51612-51629, Wohlrab ist Zeuge der Verteidigung, er ist in Dachau in Haft, er ist Schreiber in der "China-Fabrik" (china factory), 28 Jahre alt. Er kommt aus Hohenberg an der Eger. Er kennt Geiger, Euler und Binzenbach. Dr. Geiger kennt er aus dem Außenlager Schlier, September 1943. Geiger hat dort das Revier errichtet. Er bat überall um Hilfe, doch niemand half ihm, die Lage in Schlier zu verbessern. Doch er machte einige "Deals" und schaffte es binnen zweieinhalb Monaten, das Revier halbwegs herzurichten. Die Instrumente und Medikamente kamen über "Beziehungen" aus Mauthausen, etwa vom SS-Scha. Metzler oder von Häftlingen. Geiger wurde aus Schlier versetzt, weil die Zahl der dort untergebrachten Häftlinge keinen eigenen Lagerarzt mehr rechtfertigte. Er ging nach Ebensee, betreute aber Schlier weiter mit, fuhr ein bis zweimal wöchentlich hin. Wohlrab wird gefragt, warum Geiger aus Ebensee versetzt wurde. Er berichtet, was er von SDG Deutschmann, der ebenfalls zugleich mit Geiger versetzt wurde, gehört hat. Nach der Schießerei Riemers im Suff sollte Geiger die Todesfälle als "natürliche" Todesfälle tarnen, doch Geiger weigerte sich. Deshalb stand er Riemer nicht mehr zu Gesicht und er versuchte ihn loszuweden. Geiger, weil die Medikamente immer weniger wurden, machte einen Deal mit der Bauleitung in Ebensee, diese sollte die Medikamente bezahlen, das kam Riemer gerade recht. Er sandte die Medikamentenrechnungen nach Berlin und Berlin sandte sie an Mauthausen weiter an den Standortarzt. Weil es verboten war, zusätzliche Medikamente zu besorgen, wurde Geiger zur Strafe versetzt. Euler kennt er aus Ebensee 1943, er kam mehrmals die Woche ins Revier um sich behandeln zu lassen - er hatte Hautprobleme. Binzenbach kennt er aus Melk, Dezember 1944 oder Jänner 1945. Er fiel dort beim Lagerführer in Ungnade, deshalb musste er, obwohl er SS-Oscha. war, öfters als Wachposten stehen. Er wird gefragt, ob der Spiess den Rang eines SS-Hscha. trug, Spiess sei Armee-Sprech. In der WEhrmacht sei dieser vom Rang ein Hauptfeldwebel, in der SS ein Stabsscharführer. Wohlrab war SS-Uscha. und SDG. Er arbeitete sowohl im Häftlings- als auch im Truppenrevier - in Schlier war das nicht in unterschiedlichen Gebäuden. Die SS-Männer blieben aber, wenn sie krank waren, in ihren Baracken, die Häftlinge waren dann im Revier. Es gab nie mehr als 130 Häftlingspatienten in SChlier, wenn es zuviele wurden, wurden welche ins Russenlager nach Mauthausen überstellt. Wohlrab war mit Deutschmann in Mauthausen oft zusammen. Deutschmann verließ Ebensee fünf Tage nach Geiger. Häftlingseuthanasie gab es in Mauthausen unter Krebsbach, weiß Wohlrab, aber nicht in Schlier und auch nicht bei Geiger. Krebsbach sei auch "Spritzbach" genannt. Wohlrab war von Jänner 1943 bis Jänner 1945 in Mauthausen, doch in dieser Zeit habe es keine Injektionen mehr gegeben - er hat davon in seiner Zeit nichts gehört und nichts gesehen.
Persons keyword Christian Hermann Wohlrab, Dr. Geiger, Dr. Krebsbach, Deutschmann, Riemer
SubjectHäftlingsrevier, Truppenrevier, Versetzung, Konflikt, Sanitäter, Medikamente
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