U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51934-51950
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51934-51950
ReferenceDMP.000-50-5-6.51934
Content descriptionSeite: 51934-51950, Hans Joachim Georg Geiger betritt den Zeugenstand, er ist 34 Jahre alt, Arzt von Beruf und lebt momentan in Regensburg. Er versah Dienst in Ebensee von Anfang April bis Ende Mai 1944 - ungefähr. Er war Lagerarzt und Truppenarzt in Ebensee. Er bestreitet, jemals eine Injektion verabreicht zu haben, dies sei während seiner Zeit sicher nicht passiert. Geiger spricht von seinem "confidential doctor" - dies war der Häftlingsarzt Dr. Couvoisier, außerdem gab es noch Dr. Pipka. Dieser sage nicht für ihn aus, weil das für einen Tschechen unmöglich sei - eine Aussage für einen Deutschen. Geiger zählt dann im Detail auf, was er alles für die Häftlinge getan hat. Er schaffter mehr Raum für Kranke, schlug der Kommandantur vor ein neues Revier bauen zu lassen, er zeichnete auch die Pläne dafür - der Plan wird als Beweismittel aufgenommen. Danach geht er genauer darauf ein. Auch eine Entlausungsstation ließ er errichten. Geiger sagt vor seiner Zeit seien täglich Transporte mit kranken Häftlingen nach KLM gegangen. Geiger gibt an, dass die Ausstattung des Reviers in Ebensee mangelhaft war, auch zu wenig Medikamente habe es gegeben. Einmal im Monat kam Medizin von Mauthausen. Wenn man sie ökonomisch einsetzte, reichte das für 8 bis 10 Tage. Also nahm Geiger in Ebensee mit Herrn Degenburger Kontakt auf, dem Apotheker des Ortes. Gemeinsam machten sie eine Liste, was er ihnen geben könnte. Diese Liste ging nach Berlin und Degenburgers Bestände wurden dementsprechend verändert. Die Kommandantur hatte ihm versprochen, diese Medikamente zu bezahlen. Auch bei der Adler-Pharmazie in Linz bestellte er Material und von Wehrmachtsvorräten in Wien. Mit seinem eigenen Auto brachte er Bandagen und Verbandmaterial nach Ebensee, sagt Geiger. Geiger gibt an, dass er drei oder vier schwere Fälle, die OPs benötigten nach Bad Ischl bringen ließ. Bei der großen Entlausungsaktion zur Sonnenwende war er nicht mehr im Lager, am Samstag davor hatte er das Lager seinem Nachfolger übergeben, sagt Geiger. Er hatte aber diese Entlausung noch arrangiert, will heißen er meldete der Kommandantur, dass eine Entlausung notwendig sei und eine Firma in Linz wurde kontaktiert [slupetzky]. Geiger sagt, es habe den Kapo Leo gegeben, der dann nach Mauthausen ging, wo er sich einer Hernien-OP unterzog. Geiger sagt auch, er habe weiters keinen Kapo gebraucht, er machte Dr. Couvoisier zu seinem Vertrauensarzt. Von Ebensee ging Geiger nach Neuengamme. Er musste Ebensee wegen der Affäre rund um Riemers Schießerei verlassen - er weigerte sich unnatürliche Todesfälle zu fingieren. Bevor er nach Neuengamme ging, fuhr er zum Traunsee, um die Sonnenwende mit seiner Frau zu verbringen, die dort wohnte. Von dort wurde er nochmal nach Mauthausen befohlen, wo aber keiner war, weil alle auf Urlaub waren. Ziereis ließ ihn bis nach der Sonnenwende warten. Danach ging er mit seiner Frau nach Gera. Er erläutert seine Einsatzorte - Mauthausen, Redl Zipf und Ebensee. In seiner Zeit in Mauthausen hörte er von Injektionen - im Führerheim und im Zusammenhang mit KRebsbach. Er habe Gaskammer und Gaswagen nie gesehen, wisse deshalb nicht sicher, ob es das gegeben habe. Gehört hat er aber schon davon. Er glaubt aber sehr wohl, dass das stimme. Er selbst sei ja nur Truppenarzt gewesen.
Persons keywordHans Joachim Georg Geiger, Eduard Krebsbach, Dr. Couvoisier, Dr. Pipka, Degenburger
SubjectPersonendaten, Häftlingsrevier, Lagerarzt, Vergasung, Injektion, Infrastruktur
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