U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49469-49536
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49469-49536
ReferenceDMP.000-50-5-8.49469.2
Content descriptionSeite: 49469-49536, [Heeß-Befragung Teil2] In Mauthausen war er Wachposten, später stv. Wachkommandant, später Wachmannschaftsführer, dann arbeitete er in der Schreibstube wo er für er Zahlmeister war und für die Rechnungen und Zahlen zuständig. Nach der teilweisen Abrüstung nach den Aktionen im Westen wollte er im November 1940 neuerlich weg weil er mit Sturmbannführer Ludorf nicht arbeiten konnte. Danach arbeitete er bei einigen kleinen Arbeitskommandos, wurde dann der Nachfolger von Ludorf und Kommandant der Wachen. Er kontrollierte auch die Wachen im Wiener Graben. Am 27. August 1943 kam er dann als Lagerkommandant nach Steyr. Als Lagerkommandant war er für das Schutzhaftlager und die Wachmannschaften zuständig, für die Sicherheit im Lager und auf den Arbeitskommandos. Er schildert die Hierarchie im Lager. Als er Lagerführer wurde habe er seinen Untergebenen klar gemacht, dass er keine Schläge dulde. Dafür habe er für mehr Nahrung gesorgt. Wenn einer flüchtete, habe drei Mal "Halt" gerufen werden müssen, eingefangene Häftlinge seien nach Mauthausen gekommen. Die Häftlinge Grill und Endres haben geschmuggelt, Endres nannten sie Postmeister. Plünderungen seien von Kapos durchgeführt worden, die im Lager eine Art Selbstverwaltung hatten. Zunächst lag diese Selbstverwaltung nur in den Händen deutscher Häftlinge, was laut Heeß nicht funktionierte, also achtete er darauf, dass auch ausländische Häftlinge partizipieren konnten. Der Schutzhaftlagerführer sei dem 1. Schutzhaftlagerführer Bachmayer in Mauthausen unterstanden, der Rapportführer ebenso. Die Medizinabteilung sei den Ärzten in Mauthausen unterstanden. Küchenchef sei der SS-Unterscharführer Schmidt gewesen. Heeß wurde eines Tages von Mauthausen informiert, dass ein anonymer Brief mit Informationen über Endres und Grill gekommen sei. Diese beiden hätten sich Goldkronen und sogar Brücken machen lassen. Außerem hätten sie Schmuggelgeschäfte betrieben. Der jugoslawische Zahntechniker in Steyr bestätigte, dass Grill eine Goldkrone erhalten habe. Endres und Grill seien mit einer Gruppe von gesamt 11 Häftlingen geflohen und Endres, Grill und Aldo wurde bei bei Groß-Raming im Ennstal erwischt. Endres, Grill und Aldo hängten sich anschließend.
Persons keywordHeess, Kühn, Freyholdt, Schiller, Fusten, Bachmeyer, Schmidt, Yurzcek [sic., auch Jurczek], Kurt Otto, Ludorf [sic. auch als Luldorf], Franz Xaver Ziereis, Adolf Zutter, Purrucker, Kauffeld [sic. auch Kauffeldt], Auerswald, Kaczmierczak, Wilhelm Karl (Willi) Grill, Endres, Wallner, Aldo, Weinberger [sic., auch Weinberg], Fröhlich, Dr. Gowedarevice, Hertenreiter, Josef Kanciala, Meitor Gowedarevice, Dr. Rausch, Spanring, Stargel
SubjectDienstunterstellung, Versetzung, Schwarzmarkt, Flucht, Wiener Graben
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