U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21018-21042
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21018-21042
ReferenceDMP.000-50-5-10.21018
Content descriptionSeite: 21018-21042, Franciszek Lubos, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei neben Struthof und Sachsenhausen auch zwischen Mai 1940 bis zur Befreiung in Gusen als politischer Gefangene inhaftiert gewesen. Pfaffenberger, so erklärt Lubos, habe in der Küche in Gusen I Dienst versehen und Häftlinge geschlagen; auch habe er die Leiche eines Häftlings gesehen, der durch die Schläge Pfaffenbergers verstorben sei. Obermeier, so Lubos, sei Sturmbannführer gewesen und einmal habe er im Büro der Werksleitung gehört, dass dieser einem Untergebenen angeordnet habe, Häftlinge zur Exekution aufzureihen. Verantwortlich für das Exekutionskommando, so Lubos, sei Obersturmführer Vaessen gewesen. Er habe auch vom Steinbruch aus gesehen, dass Häftlinge (1x 6 und 1x5) nahe Block 6 und 7 erschossen wurden. Latzel, so antwortet Lubos, sei in Gusen I Steinschneide-Ingenier ("stonecutting engineer") gewesen. Er erklärt weiters, Letzel habe Meldungen über Häftlinge gemacht, die aufgrund dessen in die Strafkompanie zum Stollenbau geschickt wurden. Im Rahmen des Kreuzverhörs erklärt Lubos, er sei als Bote und Schreiber eingesetzt gewesen. Seine Aufgabe als Bote sei es gewesen, Nachrichtungen über erschöpfte oder tote Häftlinge von Kastenhofen nach Gusen zu bringen. Lubos wird zu seinen Vorgesetzten befragt: Dies seine einnerseits der Kommandoführer gewesen und anderersits Werksleiter Wolfram; seine Befehle habe er teilweise von Wolfram erhalten, teilweise vom Steinschneide-Ingenier ("stonecutting engineer"). Zweimal täglich, so Lubos, habe er gesehen, dass Latzel in die Steinschneide-Baracken gegangen sei, um Häftling, die nicht zufriedenstellend arbeiteten, für das Strafkommando auszuwählen. Er erwähnt auch die Pläne, wonach die Stollen - zusammen mit den Häftlingen - am Ende gesprengt werden sollten. Im Lauf seiner Befragung erklärt Lubos u.a.: Es habe am zwischen 21.-24. Juli 1944 einige schwere Luftangriffe gegeben; außerhalb des Lagers habe er eine Gruppe von Personen gesehen: Vaessen, Schuettauf, Seidler, Oberscharführer Schmidt (der im "office of the prison command" arbeitete), weiters Unterscharführer Müller sowie eine Anzahl an Frauen. Er habe weiters gesehen, dass ein Fallschirmspringer aus der Luft kam und dann anschossen wurde; unter den Schießenden sei auch Rapportführer Killermann gewesen. Am Abend sei ein zweiter abgeschossener Flieger ins Lager gebracht worden. Lubos erklärt, insgesamt seien es 7 gewesen, später nach Mauthausen gebracht worden und dort - insgesamt 34 - erschossen worden. Lubos gibt u.a. an, es habe 1942 und 1943 eine Typhusepidemie gegeben und das Lager sei abgeschlossen worden. Das Krematorium, so Lubos, sei zwischen 1940 und 1941 errichtet worden. Auch seien Leichen nach Mauthausen gebracht worden.
Persons keywordChristoph Paffenberger, Alois Obermeier, Heinz Martin Vaessen, Josef Latzel, Schmidt, Müller, Michael Killermann, Franciszek Lubos, Wolfram, Schuettauf, Seidler
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