U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21073-21088
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21073-21088
ReferenceDMP.000-50-5-10.21073
Content descriptionSeite: 21073-21088, Josef Kovalski, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von 2. August 1940 bis zur Befreiung des Lagers als politischer Gefangener in Gusen I inhaftiert gewesen. Reichert, so Kovalski, sei sein Blockführer gewesen. Als er ihn zum ersten Mal getroffen habe, so Kovalski, sei Reichert Unteroffizier gewesen und habe bei den Ziegelwerken (in Lungitz - Kovalski: am Ende nur als Lager verwendet aber von 1949-1943 zur Erzeugung v. Ziegeln genutzt ) als Kommandoführer gearbeitet. Er habe gesehen, dass Reichert Häftling im Lager in den Baracken und bei der Verteilung v. Paketen geschlagen habe, erklärt Kovalski. Auch habe Reichert Sachen aus den Paketen gestohlen. Kovalski berichtet weiters, er habe im Mai oder Juni 1944 gesehen, wie Reichert 70 oder 80 kranke Personen aus dem Revier in Block 32 in den Waschraum gebracht habe, wo diese offenbar getötet wurden (Kovalski meint, fast täglich seien Häftlinge daraus in den Waschraum gebracht worden). Pfaffenberger sei Unteroffizier gewesen, gibt Kovalski an, habe eine Dienstmarke getragen, wonach er Polizeibeamter war und sei für die Überwachung aller Wachen zuständig gewesen. Pfaffenberger habe die Häftlinge mehrmals geschlagen; in einem Fall sei der betroffene Häftling als Folge der Schläge ins Revier gekommen und am nächsten Tag verstorben. Im Juli 1944, etwa 25. Juli, so Kovalski, habe er auch gesehen, dass Pfaffenberger einen v. mehreren amerikanischen Fliegern (die in Gusen I landeten) geschlagen und getreten und ihn vom Lagertor zum Jourhaus gebracht habe. (Der leitenden Häftlingsarzt Goscinski, der den verletzten Flieger verbunden habe, hätte ihm von dessen Tod berichtet, meint Kovalski.) Zu Letzel befragt gibt Kovalski an: Dieser sei von 1940 bis zum Ende in Gusen I überprüfender Techniker bei den Steinbearbeitungswerken gewesen; gegen Ende hin sei er auch verantwortlich gewesen für die von Steyr und Messerschmitt zugefügten unterirdischen Ausbauten. Latzel habe Meldungen für das Strafkommando gemacht, erklärt Kovalski; auch habe dieser Häftlinge geschlagen. Einmal Ende 1942 habe Latzel über ihn - Kovalski - Meldung erstattet; daraufhin habe er durch Kommandoführer Bendel 25 Schläge erhalten. Im Rahmen des Kreuzverhörs erwähnt Kovalski den Namen Grill, der offenbar Leiter der Poststelle in Gusen I war. Gegen Ende wird Kovalski zu seiner Aussage befragt, dass es offenbar Vorbereitungen gegebn habe, Häftlinge (in den Stollen?) zu vergasen. (Es wird der Name eines SS-Mannes gennant: Bramer) Zuletzt erklärt Kovalski, er habe einen Wagen mit eineigen Fliegern gesehen, als diese zum Krematorium gebracht wurde; ein gewisser Hartung sei anwesen gewesen.
Persons keywordErnst Reichert, Christoph Pfaffenberger, Josef Latzel, Wilhelm Karl (Willi) Grill, Bramer, Josef Kovalski, Goscinski
LevelItem