U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21130-21142
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21130-21142
ReferenceDMP.000-50-5-10.21130
Content descriptionSeite: 21130-21142, Marion Plonczynski, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von August 1940 bis zur Befreiung des Lagers als politischer Häftling in Gusen I inhaftiert gewesen. Zuerst habe er im Steinbruch gearbeitet, dann im Steinmetz-Kommando und ab August 1941 sei er mit den Steinbearbeitern gewesen. Latzel, so Plonczynski, sei der verantwortliche Techniker der Steinebearbeiter gewesen. Ja, er habe gehört, dass es Befehle gegeben habe, Häftlinge zu schlagen. Diese seien von Chmielewski und später von Siedler gekommen. Er habe Latzel, so gibt Plonczynski bei der Befragung an, auch gehört, dass dieser vielfach Befehle gegeben habe, Häftlinge zum Strafkommando zu versetzen - er erinnere sich konkret an einen spanischen Mithäftling der auf Anordnung Latzel in das Strafkommando kam und davon nicht mehr zurückkehrte. Im Rahmen der Befragung gibt Plonczynski u.a. an: Das Häftlingsrevier habe sich in den Blöcken 29, 30, 28 und 27 befunden; die Leichen der während des Abendappels oder während der Nacht verstorbenen Häftlinge seien bis zum Morgen im Waschraum aufbewahrt worden - im letzten Jahr seien die Appelle nicht mehr täglich durchgeführt worden und die Leichen direkt ins Krematorium gebracht worden. Er berichtet von Exekutionen einzelner Häftlinge im Waschraum durch Ertrinken. Plonczynski gibt an, er habe auch bei Schloss Hartheim gearbeitet: und zwar habe er bei einem Auto-Konvoi Materialien aus dem dortigen Magazin geholt. (Er erwähnt in diesem Zusammenhang Stollen, die dort offenbar zur Unterbringung v. Kriegsindustrie errichtet wurden). Plonczynski beschreibt auch seine Informationen zu den Vorhaben der SS, alle Häftlinge während eines Luftangriffes in die verschlossenen Stollen zu bringen und dann zu vergasen. Offenbar habe es auch einen Befehl gegeben, wonach jeder Häftling, der sich während eines Luftangriffes außerhalb der Stollen berfinden würde, zu erschießen sei. In diesem Zusammenhang erwähnt Plonczynski auch das Verlassen des Lagers durch die SS kurz vor der Befreiung und der Übernahme des Lagers durch die Wiener Poliszisten. Schließlich erklärt Plonczynski noch, dass Wolfram der Manager der gesamten DeSt gewesen sei. WEITERS: Antrag der Anklage auf Aufnahme v. Dokumenten.
Persons keyword Carl Walter Chmielewski, Siedler, Josef Latzel, Marion Plonczynski, Wolfram
SubjectStrafkommando, Exekution, Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH, Stollensprengung, Hartheim, Polizei
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