U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Gemeinsame eidesstattliche Erklärungen Vaessen, Schrader, Roeder, Smuda, S. 21529-21542
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Gemeinsame eidesstattliche Erklärungen Vaessen, Schrader, Roeder, Smuda, S. 21529-21542
ReferenceDMP.000-50-5-10.21529
Content descriptionSeite: 21529-21542, Gemeinsame eidesstattliche Erklärungen im Rahmen einer Befragung in Dachau von Heinz Vaessen, Heinz Schrader, Rudolf Roeder und Franz Smuda; datiert auf den 28. März 1947. Die Angaben folgen jeweils einzeln. Heinz Vaessen gibt u.a. an: Personendaten, am 30. Jänner 1942 sei er Unterscharführer geworden; in Gusen sei er von 30. Jänner 1942 bis 15. April 1945 gewesen - hier sei er zuerst der 4. Kompanie zugeteilt gewesen; diese sei dann in die 10. Kompanie unbenannt worden; danach sei diese f. 8 Tage in 3. Kompanie unbenannt worden und war schließlich die 20. Kompanie. Zunächst sei ein gewisser Bertel oder Bechtel Stabscharführer gewesen, danach Roeder; der letzte Schreiber habe Smuda geheißen. Als er Kompanieführer war, so Vaessen, seien etwa 4 oder 5 Exekutionen durchgeführt worden; 2 oder 3 Mal seien davon Leute aus seiner Kompanie herangezogen worden. Es sei der Befehl gekommen, wonach eine bestimmte Menge an Männern gebraucht würde und diese seien dann vom Stabsführer bestimmt worden, erklärt Vaessen. Er erklärt weiters, es seien üblicherweise 4 Mann genommen worden. Einmal habe auch er eine Exekution geleitet, im Juli oder August 1944. Dabei seien 2 Abteilungen gewesen - neben ihm auch noch eine von Mueller geleitet. Gnadenschüsse seien von Seidler gegeben worden; Ziereis sei auch anwesend gewesen. Ein zweites Mal sei er 1943 für eine Exekution ausgewählt gewesen, habe aber in Urlaub fahren wollen. Daher sei er von Riemer vertreten worden. Und ein anderes Mal wäre er bereits für eine Exekution angezogen gewesen, erklärt Vaessen, jedoch sei diese dann ausgefallen. Vaessen wird am Ende befragt, warum er in einer vorigen Befragung nichts über die Exekutionen angegeben habe. Es folgt die Befragung v. Rudolf Roeder; dieser gibt u.a. an: Personendaten, weiters, dass er Stabsführer in der Kompanie unter Vaessen gewesen sei. Etwa dreimal, so Roeder, seien Männer aus seiner Kompanie zu Exekutionen abgestellt worden; wissen tue er aber nur von einer und in einem Fall sind die Männer zurückgekommen, ohne die Exekution durchgeführt zu haben. Vaessen sei es gewesen, der mit den Männern ins Lager hineingegangen sei. Auch sei es richtig, erklärt Roeder, dass eine Liste mit den SS-Männern, die an der Exekution teilgenommen hätten weitergeleitet wurde. Roeder beschreibt nun, wie die Zusammenstellung der Freiwilligen erfolgt habe: Obermeier habe die Kompanieführer gerufen; dieser seien dann zurückgekommen und hätte ihm gesagt, er brauche sofort einen Unterführer und 5 Mann für eine Exekution. Er sei dann in die Zimmer gegangen und habe Freiwillige gesucht, die dann vom Kompanieführer in letzter Instanz bestätigt wurden; in einem Fall, so erinnert sich Vaessen, sei auch einer zurückgeschickt worden. Vaessen wird dazwischen u.a. befragt, wer sonst noch Kompanieführer gewesen seien -> Schuettauf. Roder nennt weiters: Obersturmführer Mueller, Hauptsturmführer Goedicke, Obersturmführer Konradi, Obersturmführer Heimann. Untersturmführer Teppner habe keine eigene Kompanie gehabt; Obersturmführer Schmutzler sei zu dieser Zeit Untersturmführer gewesen, Obersturmführer Arold. Ja, es seien auch Mitglieder anderer Kompanien zu Exekutionen herangezogen worden; sicher wisse er das von der 3. Kompanie - die von Mueller geleitet wurde. Bei den anderen sei er sich nicht sicher, meint Roeder. Es folgen die Angaben v. Franz Smuda: Angaben zur Person (geb. 1914, Unterscharführer, Rumäne); ja, er sei zwischen 1944 bis Kriegsende unter Vaessen Schreiber in einer Kompanie gewesen. Er könne sich erinnern, so Smuda, dass er im Sommer 1944 - gemeinsam mit einer Anzahl anderer Männer aus seiner Kompanie - an einer Exekution teilgenommen habe. Vaessen, so glaubt er, se dabei gewesen. Ein anderes Mal habe er von der Ferne aus eine Exekution gehört. Vaessen meint, er sei einmal mit 4 oder 5 Männern zu einer Exekution unterwegs gewesen, sei aber dann zu spät angekommen. Er gibt auch an, im Dezember 1941 drei Wochen unter Schuettauf Spiess gewesen zu sein. Befragt zu den Namen ehemaliger Kompanieangehöriger (Zemeris, Milleide, Kaspar) meint Vaessen sich nicht genau erinnern zu können - schon gar nicht weiß er zu sagen, ob diese auch an Exekutionen teilgenommen hätten. Von Belohnungen, so Vaessen, wisse er nichts; ja, es habe geheißen, dass Ziereis im gesagt habe, die Männer sollten sich später bei ihm (Ziereis) melden - Vaessen vermutet, dass er da wohl Zigaretten gedreht habe. Vaessen bestätigt, dass ein Bericht über die Exekutionen geschrieben wurde, in welchem die Namen der teilnehmenden Personen festgehalten wurden. (In diesem Zusammenhang erklärt er, wie die Übermittlung durch die Dienststellen erfolgte. Vaessen gibt an, dass der Schreiber im Bataillon zuletzt Schrader hieß.) Schrader wird nun befragt und gibt u.a. an: Personendeaten (geb. 19097, Unterscharführer, Deutscher); er sei als Schreiber im Wachsturmbann Gusen eingesetzt gewesen. Er könne sich, so Schrader, an ein bis zwei Exekutionen erinnern. Ob Schreiben diesbezüglich durch seine Schreibstube gegangen seien, so Schrader, könne er sich nicht mehr erinnern. Er glaubt sich zu erinnern, dass Mueller eine Kompanie geleitet habe; Schuettauf kenne er - dieser sei Kompanieführer gewesen -; ob er an Exekutionen teilgenommen habe, wisse er jedoch nicht.
Persons keyword Heinz Martin Vaessen, Heinz Schrader, Rudolf Roeder, Franz Smuda, Bertel, Bechtel, Seidler, Franz Xaver Ziereis, Riemer, Alois Obermeier, Zemeris, Milleide, Kaspar, Schuettauf, Mueller, Goedicke, Konradi, Heimann, Teppner, Kurt Emil Schmutzler, Arold
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