U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23524-23531
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23524-23531
ReferenceDMP.000-50-5-12.23524
Content descriptionSeite: 23524-23531, Josef Kowalski, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von Mai bis August 1940 in Dachau und dann bis 1945 in Gusen I inhaftiert gewesen. Von den Angeklagten kenne er Giovanazzi, Panhans, Schmitz und Stuetz. Zunächst berichtet Kowalski von einem Vorfall Giovanazzi betreffend: 1943 habe der Leiter des Reviers (?) eine Visite gemacht, auch in Block 3, wo er - Kowalski - untergebracht war. Dort habe er einen französischen und einen spanischen Häftling ausgesucht. Die Leichname dieser zwei Häftlinge, so Kowalski, habe er am nächsten Tag im Kremtorium gesehen und außerdem, dass beiden ein Stück Haut, auf welchem sich eine Tätowierung befand, herausgeschnitten worden war. In der Folge seien diese Hautstücke in Block 28 - dort habe sich auch das Büro Giovanazzis befunden - beim Fenster zum Trocknen aufgehängt worden. Giovanazzi, so Kowalski, sei Leiter des Reviers gewesen und auch verantwortlich für selbiges. Kowalski berichtet auf Befragung weiter, die Häftlinge, welche in das Revier aufgenommen wurde, hätten sich jeden Morgen ungeachtet ihres Zustands entkleiden und eine kalte Dusche nehmen müssen. Dann sei der Leiter des Reviers, der Lagerarzt, der Häftlingsarzt oder beide gekommen und hätten Häftlinge gemeldet, die umgehend zu schwerer Arbeit gemeldet wurden. Auch Giovanazzi habe sich bei diesen Selektionen beteilugt, erklärt Kowalski. Schmitz sei von Anfang 1940 bis 1943 und dann von 1944 bis zum Ende Leiter des Reviers gewesen. (Dazwischen eben Giovanazzi.) Kowalski schildert einen Vorfall von Frühjahr 1942, bei der Giovanazzi habe die Häftlinge von Block 32 zu einem Bad befohlen, bei dem Häftlinge schwimmen mussten. Nur 20 bis 25 hätten diese Aktion überlebt, so Kowalski. Er berichtet weiters, dass Ende 1942 70 Häftlinge aus den Blocks 30 und 31 durch Injektionen umgebracht wurden - offenbar handelte es sich um Typhuskranke. Die Injektionen selbst habe er nicht gesehen, erklärt Kowalski, allerdings habe er durch ein Fenster gesehen, dass sich Schmitz über Häftlinge gebeugt habe (als würde er Injektionen verabreichen) und außerdem habe er auch mit Doktor Goscenski, Doktor Pienta und mit dem russischen und spanischen Schreiber darüber gesprochen. Die beiden Häftlingsärzte hätten erzählt, sie würden schwache oder typhuskranke Häftlinge aus Block 27 selektieren. (Fortsetzung siehe Folgeeintrag!)
Persons keywordHans Giovanazzi, Theo Schmitz, Josef Kowalski, Goscenski, Pienta
SubjectHäftlingsrevier, Injektion, Totbadeaktion, Selektion, Typhusepidemie, SDG
LevelItem