U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23531-23557
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23531-23557
ReferenceDMP.000-50-5-12.23531
Content descriptionSeite: 23531-23557, (Fortsetzung) Kowalski wird nun zum Angeklagten Panhans befragt. Er berichtet von einem Vorfall aus dem Jahre 1944, bei dem Panhans anordente, zwei Häftlinge mit Stockschlägen und einem Bad in kaltem Wasser zu bestrafen. Einer der beiden sei noch am Abend verstorben, so Kowalski; der andere starb kurz darauf oder später. Es habe viele solche Vorfälle gegeben, erklärt Kowalski und wenn Panhans einen Häftling ergriff, habe er diesen schwer geschlagen. Alle Häftlinge aus der Kartoffelhütte hätten über ihn geklagt. Panhans sei für die Effektenkammer verantwortlich gewesen. 1944 und 1945 sei Panhans regelmäßig in die Küche gekommen, da er Vorgesetzter des Kochs war. (?) In weiterer Folge wird Kowalski zu Stuetz befragt. 1943 habe er diesen im Rahmen eines Luftangriffes erlebt, so Kowalski, als er Häftlinge mit Schlägen antrieb. 1944 sei Stuetz dem Kommando beim Bahnhof zugeteilt gewesen; die meiste Zeit über wäre er betrunken gewesen, erklärt Kowalski. Die Bahnhof arbeitenden Häftlinge habe Schuetz nicht geschlagen, da diese stärker waren und auch Waren schmuggelten, wovon Schuetz profitieren konnte. Kowalski wird in weiterer Folge zu den Arbeitskommandos befragt, in denen er eingesetzt war. Er meint, im Steinbruch-Kommando hätten die Häftlinge mehr Freiheit gehabt. Er erwähnt in diesem Zusammenhang, dass Wolfram veranlasst habe, dass die Häftlinge mehr Verpflegung bekommen würden. Er gibt u.a. an, Doktor Goscenski sei Häftlingsarzt und Leiter des Reviers gewesen und habe in dieser Funktion Scheine ausstellen können, die einem erlaubten, von der Arbeit entfernt zu bleiben. Insgesamt habe er dreimal solche Scheine bekommen; in einem Fall sei der Schein v. Dr. Vetter ausgestellt worden. Der Häftling Wierzchowski habe bei Dr. Kaminski in der pathologischen Abteilung des Reviers gearbeitet - neben dem Krematorium, im selben Gebäude. Kowalski erklärt, dass zunächst Schmitz, Giovanazzi und dann wieder Schmitz Leiter des Reviers gewesen sei - daneben sei (mit einer kurzen Abwesenheit bzw. öfteren Besuchen in anderen Lagern) immer Dr. Vetter dagewesen. Kowalski erklärt, er habe durch seine Zuteilung zu dem Kommando (welches eine Halle bauen sollte, aus welcher Hitler den Sieg des Krieges verkünden wollte?) Priviliegien gehabt - u.a., dass Dr. Vetter ihm während einer Erkrankung eine Freistellung von der Arbeit ausstellte. In Gusen I habe es 32 Blocks gegeben, so Kowalski; in den Blocks 27 bis inkl. 32 wäre das Revier untergebracht gewesen. Kowalski erklärt, der Häftlingsarzt Dr. Goscenski habe die Möglichkeit gehabt, Häftlinge aus dem Revier zu entlassen - wenn der Leiter des Reviers oder der Lagerarzt nicht da waren. Kowalski wird im Rahmen des Kreuzverhöres u.a. zu der Verabreichung v. Injektionen befragt (Er habe gesehen, dass Schmitz diese verabreichte.) sowie zu Misshandlungen von Mithäftlingen durch Panhans. (Fortsetzung siehe Folgeeintrag!)
Persons keyword Alois Panhans, Florian Stuetz, Theo Schmitz, Helmuth Vetter, Josef Kowalski, Goscenski, Kamismki, Edmund Wierzchowski, Wolfram
SubjectHäftlingsrevier, Mord, Misshandlung, Privilegien, SDG
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