U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23607-23638
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23607-23638
ReferenceDMP.000-50-5-12.23607
Content descriptionSeite: 23607-23638, Franz Lubos, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von Mai 1940 bis 5. mai 1945 in Gusen inhaftiert gewesen. Von den Angeklagten kennt er Giovanazzi, Panhans, Schmitz und Schaefer. An Misshandlungen durch Giovanazzi könne er sich nicht direkt erinnern, so Lubos. Als Schreiber und Bote habe er die Häftlinge zum Revier bringen müssen, erklärt Lubos, und zwar zunächst in den Waschraum. Dort seien die Häftlinge von Sanitätern in Gruppen geteilt worden - je nach gesundheitlichem Zustand. Jene Häftlinge, die in besonders schlechter Verfassung waren, seien in Block 31 gebracht worden. Er habe gehört, dass die Häftlinge dort durch Injektionen getötet wurden - und zwar durch einen Medizinstudenten namens Twardzek sowie durch die Ärzte Marion und Goscenski - allesamt Häftlinge. Lubos erklärt nochmals im Detail seine Aufgabe, Häftlinge zum Revier zu bringen (dies habe er täglich sogar mehrmals gemacht) und das Prozedere dort - hier fallen die Namen v. Schmitz und Giovanazzi. Außerdem erwähnt er im Rahmen dessen, dass die "Einstufungen" der Häftlinge im Waschraum durch Häftlingsärzte sowie auch durch Schmitz durchgenommen wurden. Weiters berichtet Lubos von einem Vorfall 1943, bei dem Panhans einem Häftling in der Küche mit einem Holzstock 25 Schläge verabreicht habe. Der Angeklagte Schaefer, so Lubos, habe Häftlinge gemeldet, worauf diese mit Schlägen bestraft wurden. Es folgt eine längere Befragung zum Prozedere, wie und in welchen Fällen kranke Häftlinge von Lubos zum Revier gebracht wurden, sowie zu den personellen Besetzungen im Krankenrevier (Häftlinge: Bernard, Marion, Goscenski, Kaminski). Lubos wird auch zu Panhans befragt, den er einige Male in der Häftlingsküche gesehen habe - zweimal habe er gerade einen Häftling geschlagen, so Lubos. Schaefer habe er 1943 oder 1944 im Büro getroffen; er sei Zivilangestellter, Mechaniker, der DESt gewesen, habe aber eine SS-Uniform getragen. Schaefer habe ein Komando unter sich gehabt, habe auch Häftlinge geschlagen und ihm sei außerdem ein Kapo namens Schambeck unterstellt gewesen, erklärt Lubos.
Persons keywordHans Giovanazzi, Alois Panhans, Theo Schmitz, Robert Schaefer, Franz Lubos, Twardzek, Marion, Goscenski, Schambeck, Kaminski
SubjectHäftlingsrevier, Selektionen, Injektion, SDG, Misshandlung, Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH
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