U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23638-23655
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23638-23655
ReferenceDMP.000-50-5-12.23638
Content descriptionSeite: 23638-23655, Michael Kushelev, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei zwischen März 1943 und Kriegsende in Gusen inhaftiert gewesen. Zunächst habe er zwei Monat eim Steinbruch gearbeitet, dann - offenbar als Arzt - im Häftlingsrevier. Giovanazzi kenne er aus dem Zeitraum von Beginn seiner Arbeit bis Ende 1943 - er sei Leiter des Reviers gewesen. Kushelev berichtet: Er habe über das Verabreichen tödlicher Injektionen Bescheid gewusst; es sei in Block 31, Raum B des Häftlingsreviers durchgeführt worden und Giovanazzi habe dies gemacht. Die Häftlingsärzte Kaminski und Werchowski hätten in der pathologischen Abteilung vielfach Organe für untersch. Institute vorbereitete. Theo Schmitz, so Kushelev, sei von 1944 bis 1945 - mit einer kurzen Unterbrechung dazwischen - Leiter des Häftlingsreviers gewesen. Er habe ebenfalls wie Giovanazzi etwa ein bis zweimal pro Woche Injektionen an Häftlingen durchgeführt. Insgesamt könne er keine Zahlen nennen, so Kushelev; allerdings seien pro Durchführung der Injektionen etwa 15 bis 20 Häftlinge umgebracht worden. Kushelev wird zum Häftlingsrevier befragt; er habe in Raum A von Block 30 gearbeitet, wo etwa 130 Patienten gewesen seien - die chrirurgische Abteilung sowie die Abteilung f. leichter erkrankte Häftlinge. Sein direkter Vorgesetzter, so Kushelev, sei der Häftlingsarzt Doktor Goscenski gewesen, der dort in Block 28 Operationen durchführte. Außerdem habe der Kapo des Reviers, Sommer, Befehle gegeben; indirekt auch der Leiters des Reviers - eben Giovanazzi bzw. Schmitz. Der Lagerarzt Dr. Vetter habe seine Befehle an den jeweiligen Leiter des Reviers (Schmitz, Giovanazzi) gegeben. Kushelev erklärt, welche Aufgaben Schmitz und Giovanazzi gehabt hätten, erwähnt einen weiteren Häftlingsarzt, Dr. Kazimierz Miloszewski, er schildert die örtlichen Gegebenheiten der Blocks im Revier und schildert, was er zur Durchführung v. tödlichen Injektionen weiß.
Persons keywordHans Giovanazzi, Theo Schmitz, Helmuth Vetter, Michael Kushelev, Kaminski, Werchowski, Goscenski, Sommer, Kazimierz Miloszewski
SubjectHäftlingsrevier, Injektion, SDG
LevelItem