U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Zeugenaussage Kazimierz Miloszewski, S. 23939-23952
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Zeugenaussage Kazimierz Miloszewski, S. 23939-23952
ReferenceDMP.000-50-5-12.23939
Content descriptionSeite: 23939-23952, Zeugenaussage des ehem. Häftlings Kazimierz Miloszewski vom 2. Jänner und 4. Jänner 1964. Dieser gibt u.a. an: Er, von Beruf Arzt, sei zwischen Juni 1942 bis zur Befreiung in Gusen inhaftiert gewesen. Er berichtet von der Ankunft seines Transportes und den Appellen, die darauf folgten - offensichtlich zur "langsamen Selektion" der Kranken und Schwachen (Quarantäne?). In diesem Zusammenhang hätten die Häftlinge auch eiskalte Duschen über sich ergehen lassen müssen. Miloszewski gibt an, zuerst im Steinbruch in Kastenhofen eingesetzt gewesen zu sein. Miloszewski sei später in Block 10 untergebracht worden, wo der ehemalige SS-Mann Helmut Becker als Blockältester eingesetzt gewesen sei. Ab November 1942 sei er, so Miloszewski, bis zur Befreiung des Lagers als Häftlingsarzt im Häftlingsrevier eingesetzt worden - und zwar in Block 27, der aseptischen Operationsabteilung. Miloszewski gibt weiters an, von den Operationsversuchen des Dr. Richter gehört zu haben. Weiters berichtet er von einer Maßnahme im Frühjahr 1943 gehört zu haben, bei der kranke Häftlinge durch Injektionen getötet wurden. Miloszewski berichtet weiters, dass eine Gruppe von Häftlingen, denen durch Vetter TBC-Präparate verabreicht wurden, durch Injektionen getötet wurden. Miloszewski gibt an, dass die Injektionen in Block 31 bis Sommer 1944 anhielten. Schmitz ging zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit Krebsbach in ein anderes KL und wurde durch Giovanazzi ersetzt. Dieser dürfte etwas zögernder gewesen sein und habe keine Injektionen verabreichen wollen. Häftlinge wurden nun – in Anbetracht ankommender Transporte stiegen die Häftlingszahlen in Block 31 massiv an – von Giovanazzi und Vetter selektiert und mit Transporten aus dem Lager gebracht.
Schmitz sei schließlich im Dezember 1944 wieder nach Gusen gekommen. Zu dieser Zeit seien Typhus-Fälle im Lager aufgetreten und Vetter habe Häftlinge selektiert, die durch Injektionen getötet wurden. Auch hier habe er – Miloszewski – wieder die gefälschten Totenberichte schreiben müssen. (weiter siehe Folgeeintrag)
Persons keywordRichter, Vetter, Giovanazzi, Kazimierz Miloszewski, Helmut Becker
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