U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Trial Transkript, S. 25009-25028
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Trial Transkript, S. 25009-25028
ReferenceDMP.000-50-5-14.25009
Content descriptionSeite: 25009-25028, Bernhardt Bendig ist Zeuge der Anklage, lebt in Salzburg, ist Masseur und ist Einwohner der freien Stadt Danzig. Er war auf dem Transport von Aflenz nach Ebensee. Der Kommandeur des Transports sei Paul Ricken gewesen, der Sturmscharführer. Auf den Marsch starteten rund 580 Häftlinge, 490 kamen an. Bendig gehörte zum Bestattungskomando. Dieses Kommando war immer ganz hinten in der Kolonne, Bendig selbst war Zeuge von zwölf Erschießungen. Insgesamt gab es 41 Erschießungen. Erschossen wurden vor allem Häftlinge, die krank waren. Ricken erlaubte aber, dass alle Häftlinge mitgehen durften, auch Kranke und zwei Polen auf Krücken, die es sogar bis Ebensee schafften. Ein Pole wurde schon zwei Kilometer nach Aflenz von einen Rottenführer Vogel erschossen. Nach einigen TAgen Marsch standen sechs Wägen mit je zwei Pferden für den Marsch zur Verfügung. Auf diesen Wägen wurde hauptsächlich das Gepäck der SS-Männer sowie die Nahrungsmittel transportiert. Wer aber hinten blieb und hinfiel, wurde erschossen. Jeden Morgen gab es einen Appell und Ricken erfuhr spätestens dann über die Todesopfer. Dasselbe Prozedere gab es auch abends, der zuständige Mann war SS-Mann Müller, er informierte den Transportführer Ricken. Ricken befahl im Lager auch häufig die Prügelstrafe oder ließ Häftlinge hängen. Nach diesem Hängen konnten die betroffenen Häftlinge nicht selbst essen, sondern mussten gefüttert werden. Auch den Angeklagten Wilhelm Glissmann kennt Bendig, dieser habe zwei oder drei Mal Prügel verteilt. Miroff war der Lagerführer in Aflenz und auch in Peggau, wo er auch lebte. Einmal versuchten zwei Häftlinge zu flüchten, ein SS-Mann der ihnen dabei helfen wollte, spielte falsch und verriet sie. Miroff berief darauf hin einen Appell ein und wollte, dass die Häftlinge durch die geöffneten Tore davonlaufen, um sie erschießen zu können. Diese weigerten sich, das sagte er, dass sie nächsten Tag ohnehin tot seien. Am nächsten Tag wurden sie "auf der Flucht erschossen". Ein anderes Mal stahlen zwei russ. Häftlinge Nahrungsmittel und wurden nach einigen Befragungen erwischt. Oberscharführer Noky jagte sie daraufhin in den elektrischen Zaun. Daran starben sie jedoch nicht sofort und wurden von den Wachen oberhalb des Zauns erschossen. Ein anderes Mal flohen zwei Russen über ein FEld, das gehörte einem gewissen Grabetz. Sie wurden erschossen und Ricken machte fotos davon. Ricken machte alle Fotos und Zeichnungen und hatte ein eigenes Fotolabor in Aflenz. Zwei TAge bevor sie Ebensee erreichten wurden auf dem Marsch noch fünf Häftlinge erschossen weil sie nicht mehr weiter konnten.
Persons keyword Paul Heinrich Friedrich Wilhelm Ricken, Friedrich (Fritz) Miroff, Müller, Noky, Glissmann, Vogel, Bernhardt Bendig
SubjectEvakuierungsmärsche, Erschießung, Lagerführer, Flucht, Fotograf
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