U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-18, Trial Transkript, S. 26619-26649
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-18, Trial Transkript, S. 26619-26649
ReferenceDMP.000-50-5-18.26619
Content descriptionSeite: 26619-26649, Xaver Strauss, Angeklagter, gibt u.a. an: Personendaten, dass er im April 1943 zur Waffen-SS gegangen sei und im Mai 1940 nach Mauthausen. Im August 1942 sei er zu einer Fronteinheit eingesetzt worden und Ende Februar 1943 wieder ins KLM zurückgekehrt. Im KLM sei er Verwaltungsführer gewesen und verantwortlich für Transportangelegenheiten, Unterkunft und Verpflegung v. Truppen und Häftlingen, erklärt Strauss. Mit der Bewachung und Bestrafung v. Häftlingen habe er nichts zu tun gehabt. Er wird zu den Aussagen von Belastungszeugen befragt und gibt ausladende Antworten. Im Zuge der Befragung gibt Strauss an, gegen Kriegsende - Ende 1944, Anfang 1945 - habe die Kommandantur aus 250-260 Personen bestanden. 1940 hätten sie mit etwa 60 Männern gestartet - die Zahl sei dann konstant angestiegen. Er habe, so Strauss, nie an Exekutionen teilgenommen. Zu seiner Versetzung zur Fronnt sei es auf sein Ansuchen gekommen; die Rückkehr ins KLM sei durch ein Fernschreiben angewiesen worden, welches von Pohl signiert gewesen sei. Strauss wird weiters zu Matucha befragt und gibt hier eine längere Darstellung seiner Sicht. (Er erwähnt hier u.a., dass ein NCO aus der Küche - Unterscharführer Weigel - im Bunker inhaftiert gewesen sei und dessen schwangere Frau ihn gebeten habe, doch etwas für deren Mann zu tun.) Offenbar habe ihm Bachmaier erklärt, dass der Häftling Matucha etwas mit der Freundin von Ziereis gehabt habe, erklärt Strauss. Sehr umfangreich schildert Strauss, dass sich Matucha in der Zelle selbst erhängt habe; eine Misshandlung durch Ziereis und Bachmayer sowie durch einen Hund sei - so habe er später erfahren - in den Morgenstunden des besagten Tages erfolgt und daher von den Belastungszeugen unbeobachtet. Nie habe er in Mauthausen oder Umgebung einen Schuss aus seiner Pistole (Mauser PPK) abgegeben, erklärt Strauss, noch sei er zu den besagten Tatzeitpunkten im Lager gewesen. Er habe, so gibt er u.a. an, in Mauthausen gewohnt, 20 Minuten vom Lager entfernt. Strauss wird zur Stärke der Führer in Mauthausen im Verlauf des Bestehens befragt - dabei erwähnt er auch, es habe 3-4 Hauptsturmführer unter den Ärzten gegeben. Er gibt an, es habe Personaltreffen gegeben, allerdings jeweils in unterschiedlichen Intervallen. Strauss erklärt auch, dass die Kalorienmenge für die Häftlinge eigentlich ausreichen gewesen sei; die schlechte Versorgung habe sich erst dadurch ergeben, wenn große Transporte mit unterernährten Häftlingen gekommen seien. Am 30. Jänner 1941 sei er mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet worden; am 20. April 1941 erfolgte die Beförderung zum Hauptsturmführer. Zur SS, so Strauss, sei er 1933 gekommen; zur NSDAP 1937. Exekutionen hätten wöchentlich stattgefunden; nie habe er jedoch dabei teilgenommen oder sei Zeuge gewesen. Strauss schätzt die Anzahl an Wachmännern im KLM und Nebenlagern gegen Ende des Krieges auf 7000 Mann. In Mauthausen selbst seien im Jänner 1945 6 Kompanien gewesen - etwa 800-1000 Wachen.
Persons keyword Xaver Franz Strauß, Matucha
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