U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Eidesstattliche Erklärung Otto Kleingünther, S. 8496-8497
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Eidesstattliche Erklärung Otto Kleingünther, S. 8496-8497
ReferenceDMP.000-50-5-20.8496
Content descriptionSeite: 8496-8497, Otto Kleingünther gibt in seiner eidestattlichen Erklärung betreffend Max Seidl folgendes an: Er habe in seiner Tätigkeit als SS-Sanitätsunterscharführer im Häftlingsrevier des KZ Mauthausen auch die Betreuung der Krankenfälle im Bunker auf Anweisung des Lagerarztes mit den Häftlingsärzten und Sanitätern durchzuführen gehabt. Daher kenne er auch Max Seidl. Im Spätsommer 1942 sei ermit einem Häftlingsarzt und einem Sanitäter in den Bunker gekommen, um dort Verbände zu wechseln. Dort habe er mit Seidl gesprochen und dann gesehen, dass Kommandant Ziereis, Dr. Krebsbach, Dr. Richter, Bachmayr (sic!) und Altfuldisch gekommen seien. Seidl habe auf Befehl die Frauenzellen aufgesperrt, Ziereis und die Ärzte seien gegangen und Bachmayer und Altfuldisch seien mit den Frauen weggegangen. Zurück im Revier habe er Dr. Richter sehr nervös gesehen und dann von anderen Häftlingen gehört, dass die Frauen im Bunker aus Lidice stammten und zum Tod verurteilt seien. Am nächsten Tag sei er mit Dr. Richter zum Bunker gegangen und der habe dort einen Raum aufgesperrt, in dem die Leichen der toten Frauen lagen. Kleingünther, so gibt er an, habe warten sollen, bis die Toten von Häftlingen aus dem Krematorium abgeholt wurden. Richter hätte ihm danach gesagt, dass die Frauen erschossen werden hätten sollen, aber nun doch vergast wurden; Richter habe am Vortag die Vergasung durchgeführt. Kleingünther gibt an, in der Apotheke seien unter anderen GIften auch Zyankali in einem Tresor verwahrt worden und eine Angabe an Ärzte erfolgte nur unter besonderer Quittierung. Es sei ihm auch bekannt, dass einige Zeit lang Versuche mit Lebensmitteln aus Zellstoff durchgeführt worden seien, allerdings seien weder Erkrankung noch Todesfälle daraus resultiert. Vergiftungsversuche, so Kleingünther, seien nie vorgekommen.
Persons keywordOtto Kleingünther, Max Seidl, Franz Xaver Ziereis, Eduard Krebsbach, Richter, Bachmayer, Altfuldisch
SubjectHäftlingsrevier, Lagerarzt, Versuche, Lagergefängnis, Vergasung
LevelItem