U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Gedächtnisprotokoll Alois Stockinger, S. 8540-8542
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Gedächtnisprotokoll Alois Stockinger, S. 8540-8542
ReferenceDMP.000-50-5-20.8540
Content descriptionSeite: 8540-8542, Der ehemalige Häftling Alois Stockinger gibt in einem Gedächtnisprotokoll an: Er kenne Korsitzky (sic!) seit 1940, als dieser in das KL Mauthausen gekommen sei. Anfangs habe er sich nicht schlecht verhalten, danach sei er, Korsitzki, jedoch einer der brutalsten Schläger geworden. Korsitzki sei wiederholt zu dem Kommando gekommen, dem Stockinger zugeteilt war, um Häftlinge zu misshandeln. Stockinger gibt an, er habe Korsitzki, der unweit der Latrine sein Kommando hatte, beobachten können, wenn er Häftlinge in der Latrine in die metertiefe Grube warf und sie mit einer Stange unter den Exrementen hielt, bis sie bewusstlos waren. Einmal - Stockinger meint es sei im Frühjahr 1941 gewesen - habe Korsitzki einen Häftling auf diese Weise umgebracht. Ein anderes Mal habe er folgendes beobachtet: Er, Stockinger, sei in der Strafkompanie gewesen und hätte gemeinsam mit anderen bei einer Kabelverlegung gearbeitet. Korsitzki sei - obwohl keine Verbindung zur Strafkompanie - dazugekommen und hätte eine polnischen Häftling so lange misshandelt, bis sich dieser bereit erklärte, "in die Postenkette zu gehen" und sich dadurch erschießen zu lassen. Kurz davor habe der polnische Häftling versucht umzukehren; Korsitzki habe sowohl ihn - Stockinger - durch Fußttritte an der Hilfe gehindert als auch den polnischen Häftling durch Tritte über die Postenkette getrieben. Stockinger berichtet weiter, der Posten habe sich infolge der Beobachtung der Szene geweigert, auf den polnischen Häftling zu schießen. Korsitzki habe darauf gedroht beim Kommandanten eine Meldung wegen Befehlsverweigerung vorzubringen, worauf dieser dem Häftling in den Unterleib schoss. Korsitzki habe den Posten erneut angebrüllt, ihm das Gewehr abgenommen und dem polnischen Häftling selbst in den Kopf geschossen. Korsitzki, so Stockinger, habe öfetrs Häftlinge durch das Zufügen schwere Misshandlungen über die Postenkette gejagt. Später (Mitte 1942 bis September 1942) sei er - Stockinger - in der SS-Apotheke eingesetzt gewesen (bevor er zur Wehrmacht eingezogen wurde) und habe von dort aus beobachtet, dass Korsitzki mit Stahlhelm und Gewehr mit den Exekutionskommandos zur Erschießungsstätte ging.
Persons keywordKorsitzki, Alois Stockinger
SubjectMisshandlung, Strafkommando, Arbeitsmoral, Mord, Exekution, SS-Revier
LevelItem