U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Eidesstattliche Erklärung (Fortsetzung), S. 8795-8799
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Eidesstattliche Erklärung (Fortsetzung), S. 8795-8799
ReferenceDMP.000-50-5-20.8795
Content descriptionSeite: 8795-8799, (Fortsetzung) Im weiteren kritisiert Zeitraeg die Prozessführung hinsichtlich der Urteilssprechung: sein Urteil sei bereits von vornherein bestimmt gewesen, die Beteiligten durch familiäre Schicksalsschläge in Verbindung mit Deutschland vorbelastet, die Urteile würden sich auf falsche Zeugenaussagen stützen etc. Er, so gibt Ziereis an, habe nie die Strafkompanie geführt, sondern sei von Oktober bis Ende 1942 in der Schutzhaftlagerschreibstube als dritter Schreiber unter dem Vorgesetzen Arnold Damaschke eingesetzt gewesen. Auch habe er durch mehrere Bestätigungen (des "ehemaligen Arbeiters" im Hühnerstall Werber Hans sowie weitere 10 ehemalige Häftlinge) beweisen können, dass er nach der Schreibstube bis Ende Dezember 1942 ständiger Kommandoführer des Hühner- und Schweinestalles war und danach auf das SS-Gut Schloss Lind Neumarkt in der Steiermarkt versetzt wurde. In seiner Erklärung gibt Ziereis weiter hinsichtlich seiner Dienstgrade während der Zeit in der Lagerschriebstube an: Oktober 1949-30. März 1941 (SS-Schütze), 1.4. 1941-September 1941 (SS-Sturmmann), 1. Sept. 1941 - April 1942 (SS-Rottenführer). Seine Aufgabe sei er hier gewesen, die Karteikarten der Häftlinge zu führen und Führungsberichte, die vom Vorgesetzten Damaschke diktiert wurden, mit der Maschine abzutippen. In seiner Funktion als Kommandoführer des Hühner- und Schweinestalles habe er mit drei Häftlingen die Hühner und Schweine des Kommandanten Ziereis versorgt, die Eigentum des Kommandanten gewesen seien. Zeitraeg äußert sich auch zu seiner Zeit im Außenlager Schloss Lind (er weist darauf hin, dass er hier wegen nicht erfolgter Vergehen auch nicht angeklagt wurde): Hier habe er die alleinige Leitung und Verantwortung der ihm unterstellten 20 Häftlinge und 4 Bewachungsmannschaften gehabt. Am Ende des Schreibens stellt Zeitraeg Einspruch gegen das bestätigte Todesurteil.
Persons keywordAlbert Zeitraeg, Arnold Hermann Damaschke, Franz Xaver Ziereis, Hans Werber
SubjectLagerschreibstube, Stall, Versetzung, Dienstorte
LevelItem