U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9812-9827
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9812-9827
ReferenceDMP.000-50-5-21.9812
Content descriptionSeite: 9812-9827, Karl Kaufmann sagt gegen Christian Wohlrab aus. Kaufmann kam ins KZ weil er in Linz den Hitlergruß verweigert hatte. Kaufmann war ein Mönch bei den barmherzigen Brüdern. Zwischen 21. Juni 1942 und Juni 1944 arbeitete Kaufmann im Häftlingsrevier in Mauthausen. Davor arbeitete er im Steinbruch Wiener Graben. Kaufmann war Häftlingssanitäter und für die Instrumente des OP-Teams zuständig, Wohlrab sah er täglich. Nach dem Rapport kamen die Häftlinge ins Revier und ließen sich die Verbände wechseln. Da tauchte Wohlrab öfters auf und schlug die Häftlinge mit einem Gummiknüppel. Im Frühling 1942 kam ein polnischen Priester mit Schusswunden ins Revier mit zwei weiteren Häftlingen, einer davon ein Jugoslawe. Kaufmann informierte Dr. Krebsbach und der fragte nach Wohlrab, der gerade schlief und er befahl ihm, diese drei Häftlinge müssten weg. Wohlrab ließ durch die Häftlinge Sommer und Lübitz den ersten verwundeten Häftling hereinbringen und tötete ihn mit einer Benzinspritze. Sommer und Lübnitz trugen die Leiche wenig später hinaus. Dieselbe Prozedur erfolgte auch beim zweiten Häftlingen, der war aber bei Bewusstsein und wurde mit Chlorform betäubt und dann bekam er die Injektion. Schließlich bekam auch der dritte Häftling, der Priester, eine Injektion ins Herz und starb. Die Leichen wurden ins Krematorium gebracht. Kaufmann trug zunächst einen roten Winkel und später bekam er einen rosa Winkel, weil er ein "Schwarzer" war, also ein Mann der Kirche. Kaufmann streitet ab, homosexuell zu sein. In Mauthausen war er insgesamt von 27. September 1939 bis zur Invasion in Frankreich. Dann kam er nach Dipoldsau, nachdem das Lager am 20. Oktober 1944 geschlossen wurde, kam er nach Linz I und blieb bis 5. Mai dort. Die zuständigen Ärzte in Mauthausen zu seiner Zeit dort waren Krebsbach und Richter. Krebsbach gab Wohlrab den Befehl zu den drei Injektionen. Wohlrab war jung und trank gerne und er führte alle Befehle aus. In Linz war Kaufmann Kapo im dortigen Revier. Kaufmann erzählt, dass er 18 Geschwister hat und der Vater kein Geld mehr für sein Studium hatte, deshalb wurde er später Lehrer.
NotesKaufmann war in Linz Revierkapo.
Persons keyword Christian Hermann Wohlrab, Dr. Krebsbach, Dr. Richter, Karl Kaufmann, Sommer, Lübitz
SubjectHäftlingsrevier, Injektion, Dienstbefehl, Homosexualität, Sanitäter
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