U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Beeidete Aussagen von Otto Kleingünther, S. 9926-9930
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Beeidete Aussagen von Otto Kleingünther, S. 9926-9930
SignaturDMP.000-50-5-21.9926
InhaltsbeschreibungSeite: 9926-9930, Kleingünther trat im November 1932 der allg. SS bei und der Partei ebenfalls. Zur Waffen-SS kam er per 15. Juni 1940. Sein höchster Rang war Unterscharführer, nach Mauthausen kam er am 15. Juni 1940 und blieb bis Juni 1943. Danach ging er nach Loiblpass. Sein Zivilberuf ist Kaufmann und Galvaniseur. Er war in KLM und am Loibl Sanitäter. In Mauthausen war er im Truppen- und Häftlingsrevier eingesetzt, in Baracke Nr. 5, dem alten Spital. Im Truppenrevier half er dem Arzt, im Häftlingsrevier war er Aufseher, Dr. Krebsbach hat Mauthausen etwa im Juni oder Juli 1943 verlassen. 1942 kam ein Befehl aus Berlin, dass allen Häftlingen, die nicht mehr zu retten waren, Spritzen gegeben werden sollten. Der Befehl kam vom Chef des Amtes D 3 und war von Dr. Lolling unterschrieben. Welche Flüssigkeiten verwendet wurden weiß Kleingünther nicht. Er war aber anwesend, bei solchen aussichtslosen Fällen. Der Patient wurde betäubt und bekam dann die Spritze und wachte nicht mehr auf. Kleingünther gab die Narkose, der Arzt spritzte, dass er selbst gespritzt hat, wie ihm vorgeworfen wird, sei falsch. Er wird nach den Namen Pedro, Ptak und Dr. Premysl Dobiss gefragt, die er allesamt nicht kennt. Er kennt auch Kanduth nicht, Hans von Posern aber schon. Dass Häftlinge mißhandelt wurden hat Kleingünther schon gesehen, dann wenn Strafen ausgeführt wurden und einmal, als der Hund Bachmayers einem Häftling die Kehle durchbiss. Im Juni 1944 kam Kleingünther nach Mauthausen zurück und ging gleich zurück nach Berlin. In Mauthausen waren Oberscharführer März, Wohlrab, Deubl, Metzger. Einen gewissen Riesmayer kennt er nicht, die Spritzen gab Dr. Richter. Der Befehl von Lolling oder Pohl aus 1942 drehte sich um das Thema Euthanasie. Per Ehrenwort mussten sie diesen Befehl geheim halten. Dr. Krebsbach hat das dann nach einem halben Jahr unterbunden. Die Ärzte erstellen Listen von schwer kranken, die mit den Mitteln im KZ nicht heilbar waren, das war 1942/43. Den Häftlingen wurde gesagt, es würde eine kleine Punktion vorgenommen. Kleingünther gab die Äthernarkose, er kann sich an rund 100 Fälle erinnern. Gespritzt wurde direkt ins Herz, die Leichen wurden im Krematorium verbrannt.
AnmerkungenPedro ist vermutlich Vorname
PersonenschlagwortOtto Kleingünther, Dr. Krebsbach, Dr. Lollig, Pohl, Bachmayer, Dr. Richter, März, Wohlrab, Deubl, Metzger, Riesmayer, Pedro, Ptak, Dr. Premysl Dobiss, Hans von Posern, Kanduth
SchlagwortInjektion, Dienstbefehl, Amt D 3, Euthanasie, Wachhund
LevelEinzelstück