U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Eidliche Aussage von Johann Lothaller, S. 10009-10011
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Eidliche Aussage von Johann Lothaller, S. 10009-10011
ReferenceDMP.000-50-5-21.10009
Content descriptionSeite: 10009-10011, Lothaller wurde am 20.6.1939 als Fahrer bei der dt. Reichspost eingestellt, Ende April 1940 wurde er mit vier anderen Kollegen zur Gauinspektion Linz bestellt, drei wurden ausgewählt - jene, die schon länger bei der Partie waren. Lothaller war einer davon, die vom Gauinspektor sowie zwei Personen aus Hartheim ausgewählt wurden. Formal blieb Lothaller bei der Reichspost angestellt wurde aber nach Hartheim abkommandiert und blieb dort als Kraftfahrer bis Jänner 1945. Als er im April 1940 nach Hartheim kam, gab es noch kaum Angestellte, die Gaskammer und das Krematorium wurden erst errichtet. Der erste Transport von Geisteskranken kam im Mai oder Juni 1940 nach Hartheim, das ging so bis September 1940. Lothaller und die anderen holten Geisteskranke aus diversen Irrenhäusern der Umgebung. Bis Frühjahr 1943 war Lothaller dann Wirtschaftsfahrer. Ab Frühjahr 1943 fuhr er wieder regelmäßig mit Geisteskranken, das ging bis Herbst 1944. Dann wurden die Einrichtungen von einem Häftlingskommando aus Mauthausen abgebaut. Im Sommer oder Herbst 1942 sah er Kranke in gestreiften Gewändern, die nach Hartheim gebracht wurden. Er erkundigte sich und erfuhr, dass es Häfltinge aus Mauthausen waren. Diesen Transport müssen Werkmeister Franz Hödl oder der Fahrer Franz Mairhuber oder der bereits verstorbene Fahrer Anton Getzinger, allesamt Angestellte von Hartheim, gemacht haben. Lothaller selbst fuhr erstmals anfangs 1944 nach Mauthausen und holte aus dem Sanitätslager Häftlinge ab, die von SS-Männern in den Omnibus verladen wurden. Danach fuhr er wöchentlich ein bis zwei Mal. Einige Male fuhr er auch nach Gusen. Insgesamt gab es drei Omnibusse, die zwischen Mauthausen und Hartheim verkehrten. Er hat die Vergasungen und Verbrennungen nicht selbst gesehen, hat aber die Gaskammer einmal betreten. Die Asche wurde in Säcken zur Donau gebracht und hineingeschüttet.
Persons keywordJohann Lothaller, Franz Hödl, Franz Mairhuber, Anton Getzinger
SubjectReichspost, Häftlingstransport, Euthanasie, Gaskammer, Kraftfahrer
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