U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-22, Trial Transkript, S. 10316-10334
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-22, Trial Transkript, S. 10316-10334
ReferenceDMP.000-50-5-22.10316
Content descriptionSeite: 10316-10334, Josef Schoeps, Zeuge der Verteidigung, gibt u.a. an: Er sei von 9. Mai 1939 bis 19. Mai 1945 im KZ Mauthausen inhaftiert gewesen. Peter Bärens, so Schoeps, habe keinen schlechten Ruf gehabt. Er erklärt die Dreiteilung des Lagers und die Anzahl der Häftlinge. Auch Giessrigl kenne er - dieser sei zunächt Apellführer gewesen und dann Blockführer; seine Reputation sei nicht schlecht gewesen. Kirschbichler kenne er seit 1939, als dieser ein ziviler Baumeister im Lager war. Zu dieser Zeit seien die Zustände im Lager sehr schwierig gewesen, erklärt Schoeps, da es täglich über 100 Exekutionen gegeben habe. Kirschbichler sei auf drängen des diensthabenden Offiziers der SS beigetreten, so Schoeps. Im Rahmen des Kreuzverhörs gibt Schoeps u.a. an, dass Block 16,17 und 18 Quarantäneblocks gewesen seien und die darin untergebrachten Häftlinge nicht zur Arbeit herangezogen wurden, außer, es sei ein besonderer Befehl durch den Kommandanten gekommen, dass sie Steine tragen mussten, da bei diesen Blocks jeden Tag neue Häftlinge hinzukamen - manchmal zwei oder dreitausend oder sehr oft hunderte, die sofort in Block 17 gekommen sind. Kirschbichler habe , als er noch nicht SS-Mitglied war, einen eigenen ihm unterstellten Kommandoführer gehabt namens Baneis. Des weiteren wird Schoeps im Zusammenhang mit den Abschüssen alliierter Flieger befragt; dazu gibt dieser an: Über Mauthausen seien mehrfach alliierte Flieger abgeschossen worden; zum Teil seien die z.T. schwer verletzten Piloten ins Lager gebracht worden. Eines Tages seien 1944 einige Wehrmachtsangehörige gekommen, um sie zusammenzuholen. Schultz von der politischen Abteilung habe befohlen, dass sie sich zur Wand hätten stellen müssen und dann seien sie vernommen worden. Insgesamt sei während der Abschüsse von alliierten Fliegern ein großes Aufsehen im lager gewesen, erklärt Schoeps, und alle SS-Angehörigen hätten sich auf die Suche nach den Fliegern gemacht. Schoeps gibt an, ab 1943 Lagerältester gewesen zu sein.
Persons keywordKarl Giessrigl, Ernst Kirschbichler, Schultz, Josef Schoeps, Peter Bärens
SubjectExekution, Quarantäneblock, Luftangriff, Fliegerabschuss
LevelItem