U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-22, Trial Transkript, S. 10415-10433
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-22, Trial Transkript, S. 10415-10433
SignaturDMP.000-50-5-22.10415
InhaltsbeschreibungSeite: 10415-10433, Ernst Kirschbichler, Angeklagter, sagt u.a. folgendes aus: Er sei am 7. September 1939 zur SS gekommen. In Mauthausen sei er Bauleiter gewesen; über ihm sei jedoch noch der Baumanager Architekt Sturm gestanden. Bis zu seiner Heirat, so Kirschbichler, habe er im lager geschlafen, dann in seinem Haus in Mauthausen; das Baubüro sei außerhalb des Lagers untergebracht gewesen. 1938, so antwortet er, hätte er im Wienergraben einen Kompressorraum gebaut - allerdings seien zu dieser Zeit keine Häftlinge dort gewesen, erklärt Kirschbichler. Nie habe er Häftlinge geschlagen, ermordet; nie habe er an Exekutionen teilgenommen. Einzig einmal sei er durch Zufall bei einer Exekution vorbeigekommen und habe dann auf Anfrage Bachmaiers die Funktion als Wache übernommen. Er habe - gebeten durch den Häftling Dr. Soswynski, bereits 1939 viele Briefe vom Lager nach außen gebracht. Kirschbichler wird zum Außmaß der Beteiligung seiner Firma am Lageraufbau befragt, über seine Baufirma und den Arbeitsalltag in Mauthausen, den Einsatz von Zivilarbeitern und Häftlingen. Im Rahmen des Kreuzverhörs gibt Kirschbichler u.a. an, dass er im Sommer 1943 die Aufsicht über die Errichtung eines Schießstandes in St. Georgen hatte. Weiters sei er in März oder April aufgrund epileptischer Anfälle in einer Krankananstalt gewesen. Im Jahre 1945 habe er beim Bischof von Linz erreicht, so Kirschbichler, dass tausende Hilfspakete in Mauthausen angekommen seien; weiters habe er im März 1945 einen zufällig angetroffenen Häftlingstransport mit Milch von einem Bauernhof versorgen lassen. Nicht zuletzt, erklärt er, habe er 1941 während des gemeinsamen Jagens mit Ziereis diesen gebeten, die Häftlinge gut zu behandeln. (In der Folge gibt Kirschbichler an, dass er oft mit Ziereis jagen war.) WEITERS Anträge der Verteidigung auf Aufnahme untersch. Dokumente (Erklärung des Bischofs v. Linz, von Dr. Hans Becker von Emil Bentrop und Heinrich Hamberk, von Ernst Martin sowie die eidesstattliche Erklärung v. Juan Sampere).
PersonenschlagwortErnst Kirschbichler, Franz Xaver Ziereis
SchlagwortBauleitung, Exekution, Außenwelt, Freizeit, Arbeitseinsatz, Kirche
LevelEinzelstück