U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-29, Trial Transkript, S. 37746-37770
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-29, Trial Transkript, S. 37746-37770
ReferenceDMP.000-50-5-29.37746
Content descriptionSeite: 37746-37770, Der Angeklagte Emil Gay tritt in den Zeugenstand. Er lebt in Augsburg, ging dort zur Schule, lernte Fleischer was er auch beruflich bis 1926 ausübte, dann übernahm er das Lokal seiner Eltern, dessen Besitzer wurde er ab 1.1.1938. Er war Mitglied der Sozialdemokraten, beim Reichsbanner - bis 1933. 1933 hatte er Schwierigkeiten mit SS und SA im Restaurant, die Wehrmacht durfte dort nicht hin bis 1935 . Am 23.4.1940 kam GAy dann zur Wehrmacht (er ging offenbar freiwillig hin - volunteer). Dort blieb er bis Juni 1944 und dann kam er zu einem Reservebattaillon und im August kam er nach Wien und von dort nach Gusen. Er war in Gusen I Wachposten, er war Unteroffizier der Luftwaffe, nach 14 Tagen ging es weiter nach Gusen II, er kam zur Kommandantur als Blockführer, sein Vorgesetzter war SEidler. Hauptaufgabe war das Essen zuzuteilen und die Ordnung zu halten. Es sei verboten die Häftlinge so zu schlagen, dass Knochen, denn man habe zu wenig Bandagen und brauche die Häftlinge zur Arbeit, sagte ihnen SEidler. Eine Rücküberstellung zur Luftwaffe wurde ihm verweigert, sagt GAy. Er war zunächst Blockführer in Block 2, dann Block 13 (das Revier) bis Mitte Dezember. Sämtliche Mißhandlungen weist er von sich, das seien Lügen oder Irrtümer. Er habe sogar mit den Häftlingen Schach gespielt. Der Blockälteste von Block 14, Heinz Krüger, kenne ihn gut. Auch die Blockführer Freiberger und Fernikorn kennen ihn gut. Am 20. Jänner 1945 kam er zur SS, erhielt ein SS-Soldbuch und eine Uniform eines Unterscharführers. Er trug eine Swastika auf seinem Rever, die anderen Mitglieder der Kommandantur einen Totenkopf. Ab Ende Jänner war er Kommandoführer in St. Georgen, behielt aber sein Quartier bei. Dort schlug er Häftlinge aufgrund von Diebstählen, gibt er zu. Worte nutzten nichts, die Alternative wäre gewesen, Seidler Meldung zu machen, das wäre für die Häftlinge schlimmer gewesen, sagt er. Zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen befragt streitet Gay alles ab. Es seien die Kapos gewesen, die schlugen, nicht er. Gay nennt einen Vorarbeiter namens Hanft und einen weiteren namens Georg Mack - diese wüssten gut über die Tunnel in St. Georgen Bescheid. Ende April kam Gay zur Kampfgruppe Oberdonau. Auf die Frage, womit er die Häftlinge schlug, sagt Gay es sei eine Art WAsserschlauch gewesen. Es habe auch einige ungarische Kommandoführer gegeben, die alle irgendeinen GEgenstand zum Schlagen hatten. Zu den Zeugen: Freiberger steht zur Befragung bereit, Hanft wurde aus DAchau entlassen. Während die Befragungen weitergehen will Gays Anwalt Gaenssler den Zeugen Freiberger befragen.
Persons keywordEmil Gay, Seidler, Freiberger, Fernikorn, Heinz Krüger, Milner, Fleischer, Hanft, Georg Mack
SubjectPersonendaten, Luftwaffe, Blockführer, Kommandoführer, Dienstbefehl
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