U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-29, Trial Transkript, S. 37816-37836
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-29, Trial Transkript, S. 37816-37836
ReferenceDMP.000-50-5-29.37816
Content descriptionSeite: 37816-37836, Der Angeklagte Erwin Kaupp tritt in den Zeugenstand. Erwin Georg Kaupp war NSDAP und SA-Mitglied. Er kam 1940 zu Luftwaffe und war in Frankreich und später in Russland im Einsatz. Später kam er zur Luftabwehr nach Oldenburg und Ende Juli 1944 nach Gusen, wo sie untersucht und in vier Kompanien eingeteilt wurden. Drei davon versahen Dienst in St. Georgen, er blieb in Gusen I bei der vierten Kompanie, versah aber seinen Dienst als WAchposten in Gusen II. Er war immer nur Wachposten. Am 28. August 1944 war er als Wachposten eingeteilt, da sah er wie ein Kapo einen Häftling schlug. Der Häftling wurde von Kaupp und einem weiteren Mann in das Revier gebracht. Dieses Revier war gleich bei den Arbeitskommandos und ein Luftwaffenarzt versah dort Dienst. Danach kam der Häftling wieder zurück zur ARbeitsstelle und ging durch die Postenkette, Kaupp verwarnte ihn und dann erschoss er ihn. Danach wurde die politische Abteilung informiert, ein SS-Unterführer kam und machte sich Notizen, schaute sich den TAtort an und maß die Distanzen zwischen ARbeitsplatz und POstenkette. Kaupp wurde befragt, abends musste er sich bei seinem Kompanieführer Hauptsturmführer Eidmann melden und später das Protokoll seiner Aussage unterzeichnen in der politischen Abteilung. Kaupp gibt zu, dass er nach dieser Erschießung 20 Zigaretten erhalten habe und am nächsten Tag gab ihm sein Hauptsturmführer zwei Tage frei. Dieser Vorfall passierte in der Postenkette rund um die Gleisbaukommando. Der Häftling hatte schon zuvor die Flucht versucht und Kaupp ließ einen Übersetzer holen und ihm erklären, dass er erschossen werden würde, wenn er flüchtet. Kaupp gibt zu, er sei in guter Verfassung gewesen und hätte den Häftling stoppen können, er durfte ihn aber nicht anfassen, so lautete der Befehl. Von einer Belohnung habe er vorher nichts gewusst, versichert Kaupp. Früher war er in der Kampfgruppe Tiroler, er schoss dort aber nie, arbeitete meist als Schneider.
Persons keywordErwin Kaupp
SubjectBelohnung, Unnatürliche Todesfälle, Politische Abteilung, Luftwaffe, Personendaten, Wachposten
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