U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Niederschrift von Karl Glas (deutsch handschriftlich, unlesbar sowie englisch), S. 15083-15107
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Niederschrift von Karl Glas (deutsch handschriftlich, unlesbar sowie englisch), S. 15083-15107
ReferenceDMP.000-50-5-31.15083
Content descriptionSeite: 15083-15107, Glas kam 1944 aus einer Anstalt für Geisteskranke (einer Heilanstalt im Kloster Haina in Frankenberg) nach Mauthausen, schon nach wenigen Tagen waren von seiner Gruppe (16) nur noch sechs Männer übrig - wegen der Quarantäne, dem nackten Stehen im Freien und der mangelnden Ernährung. Nach vier Wochen Quarantäne kam Glas nach Gusen I und im Mai 1944 nach Gusen II. Was er in den Lagern sah, hielt er für eine kranke Phantasie. Dort herrschten Angst, Dumheit und sklavische Unterordnung vor, auch unter den SS-Männern. Glas beschreibt die schrecklichen Zustände im Lager, Perversion, Gewalt, Mord, Hunger ... er nennt als Zeugen für das Lager Gusen I den ehemaligen Häftling Karl Gärtner. Im Revier wurde sofort selektiert, Glas nennt Hauptsturmführer Vetter in diesem Zusammenhang als Lagerarzt von Gusen I und II. Glas beschreibt eine Entlausungsaktion, die fast eine Woche gedauert habe. In dieser Zeit mussten die Häftlinge in der Kälte stehen, nackt. Viele wurden erschlagen, erfroren, gingen zu früh in ihren Baracken zurück oder erhängten sich. Glas kam zur Lagerpolizei und versah dabei in der Nacht Dienst im Lager. Im März 1945 kamen neue Häftlinge und es wurden Blockälteste gebraucht, dazu wurde Glas bestimmt - Block 19. In diesem Block hatten vorher 50 SS-Männer gelebt, jetzt wurden darin 400 Häftlinge eingesperrt. Glas versuchte, Nahrungsmittel zu organisieren, doch es reichte nicht für alle. Glas gibt auch zu, Häftlinge geschlagen zu haben, doch nur jene, die die Ordnung wiederholt störten. Glas erklärt außerdem, dass er einen von zwei an Typhus erkrankten Häftling getötet habe, weil es der Blockführer angeordnet hatte. Glas schaffte es dann, als Blockältester abgelöst zu werden und war nur noch für das Brotverteilen zuständig. Im April wurde er dann darüber informiert, dass er ausgebildet werden würde und zur SS überstellt. Dann folgte die Ausblidung und zwei Wochen später kam er nach Mauthausen und wurde einer SS-Kompanie zugeteilt. Dann wurden sie auf die Umgebung rund um Mauthausen aufgeteilt und mussten Gräben schaufeln, die eine Verteidigungslinie ergeben sollten. Während sie gruben und in der Nacht Wache standen, gingen die SS-Männer in die Nachbarschaft zu den Bauern und tranken, nach der Befreiung wurde er dann verhaftet.
Persons keywordVetter, Karl Glas, Karl Gärtner
SubjectLebensbedingungen, Selektion, Lagerpolizei, Überstellung, SS-Uniform
LevelItem