U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15227-15260
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15227-15260
ReferenceDMP.000-50-5-31.15227
Content descriptionSeite: 15227-15260, (Fortsetzung von 15506-15531) Karl Glas ist weiter im Zeugenstand und der Verteidiger bespricht mit ihm seine schriftliche Aussage [siehe die Seiten 15083-15107] durch, einiges davon sei richtig, einiges auch falsch, offenbar hat Glas den Großteil nicht selbst ausgesagt oder verfasst. Vieles von dem, was in seiner schriftlichen Aussage steht hat er nicht selbst beobachtet. Seine Aussage kam zustande indem er befragt wurde, die Interviewer selbst etwas ergänzten und er schrieb das dann handschriftlich ab. Es geht primär um die persönliche Befindlichkeit von Glas im KZ und die Bedingungen die aus seiner Sicht dort herrschten. Wer in Machtposition war, egal ob SS oder Häftling, geriet in die Gefahr, reaktionär zu werden und die kleinsten Dinge konnten extreme Folgen haben. Er spricht von Mißhandlungen und Exekutionen, die jederzeit befohlen werden konnten. Etwa dass Häftlinge einen Mitgefangenen in den Zaun jagen mussten, was hat Glas einmal selbst gesehen. Die sanitäre Situation in Gusen II war schlecht, deshalb improvisierten die Häftlinge ein Häftlingsrevier. Der Arzt teilte die kranken Häftlinge in zwei Gruppen. Wenn ein Häftling zum Tode verurteilt wurde, hat man ihn 24 Stunden im Freien stehen lassen und ihn mit 25 bis 100 Schlägen auf die Rückseite maltretiert. Was seine persönliche Rolle betrifft, so schwächt er seine frühere Version ab und nennt den Blockältesten als hauptverantwortlich. Glas kam Mitte März in eine "Bewährungskompanie". Glas berichtet, dass er im Juli 1945 bei einem Verhör geschlagen wurde, das Verhör wurde von einem ehemaligen SS-Oberscharführer durchgeführt, auch zwei Häftlinge aus Mauthausen waren dabei und ein ehem. SS-Rottenführer. Danach sei ihm versprochen worden, dass er freikäme, wenn er einfach das Protokoll unterschreibt, doch er glaubte das nicht und weigerte sich zu unterschreiben. Später wurde er von den Amerikanern deshalb mißhandelt, sagt er. Glas verweigert danach weitere Aussagen und sagt nur, dass er das Urteil akzeptieren wird und dass er bei der franz. Fremdenlegion war. Glas betont, dass er nicht Blockältester sondern Stubenältester war.
LevelItem