U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15432-15450
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15432-15450
ReferenceDMP.000-50-5-31.15432
Content descriptionSeite: 15432-15450, Opresnig ist Österreicher aus Linz und ein Arzt. Er war in Dachau, Buchenwald, Mauthausen, Gusen und Sachsenhausen. Insgesamt war er von Juni 1939 bis November 1944 in KZs weil er im Widerstand war. Er erkennt Pillixeder, sonst keinen der Angeklagten. Opresnig war im Juli 1941 kurz in Mauthausen und danach bis 20. November 1942 in Gusen I. Er arbeitete im Revier als Pathologe, dabei hatte er viel Kontakt mit Pillixeder in der politischen Abteilung und im Lager. Pillixeder war bekannt als Chef der politischen Abteilung und trug laut Opresnig eine graue Uniform, wie alle SS-Männer. Das Büro von Pillixeder war ungefähr 50 Meter vom Lager entfernt. Wenn Opresnig mit Pillixeder sprach, dann über die Todesmeldungen, die er in die politische Abteilung brachte, um sie unterschreiben zu lassen. Pillixeder habe alle diese Dokumente unterschrieben. Einmal gab Pillixeder ihm eine Liste mit Namen, die Opresnig dem Lagerführer geben sollte. Bei den darauf angeführten Namen sollte überprüft werden, ob die Häftlinge transportfähig sein. Die Liste war von Pillixeder unterschrieben. Opresnig hat auch gehört, dass in der pol. Abteilung auch Häftlinge geschlagen wurden, diese Abteilung war gefürchtet unter den Häftlingen, denn nach Befragungen wurden Häftlinge oft aufgehängt. Die polit. Abteilung gab Befehle zu Exekutionen. Wenn ein Häftling exekutiert werden sollte, bekam er einen Zettel, wo drauf stand, dass er sich am nächsten Morgen mit seinen Holzpantoffeln beim Lagertor einfinden solle, dann wurde er weggebracht, sagt Opresnig. Die politische Abteilung war im SS-Revier untergebracht. In der pol. Abteilung war auch der Scharführer Hans Habenicht, der möglicherweise auch der Chef gewesen sein könnte. Aber Opresnig hatte nur mit Pillixeder zu tun, der ihm gegenüber immer sehr nett war. Opresnig war nicht für Autopsien zuständig, also auch nicht für die Feststellung der Todesursachen. Doch er wusste, dass die Todesursachen nicht stimmten und das wusste auch Pilllixeder, dennoch unterschrieb er sie. Die Männer, deren Transportfähigkeit untersucht werden sollte, verließen das Lager und Opresnig sah sie nicht mehr, er meint sie seien nach Hochheim gekommen [meint er evtl. Hartheim?]. Dass sie nach Triest gekommen sein könnten, hat Opresnig noch nie gehört. Bevor Häftlinge in ein anderes Lager geschickt wurden, wurden sie vom Arbeitseinsatzführer über ihre beruflichen Fähigkeiten befragt, danach wurden sie vom Lagerarzt untersucht. Opresnig kennt auch Odrobnik, der Übersetzer in der pol. Abteilung war. Habenicht habe ein eigenes Büro gehabt, sagt er. Der Lagerarzt gab Opresnig die Anweisung, die Todesmeldungen an den Hauptscharführer Pillixeder übergeben solle. In Hochheim, wie Opresnig es nennt, seien viele unterernährte Häftlinge von Gusen ermordet worden, darüber habe man im Lager gehört. Häftlinge kamen nach Hochheim und wenige Tage später kamen ihre Todesmeldungen und sie wurden im Lagerstand ausgestrichen.
NotesHochheim ist vermutlich Hartheim, Opresnig ist in Wahrheit Primozic
Persons keywordHans Habenicht, Viktor Opresnig, Pillixeder
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