U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15506-15531
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Trial Transkript, S. 15506-15531
ReferenceDMP.000-50-5-31.15506
Content descriptionSeite: 15506-15531, Glas kommt in den Zeugenstand und verweigert den Eid, er habe noch nie gelogen, sagt er. Er war Häftling in Mauthausen, Gusen I und Gusen II, 1934 war er in Kieslau. Bevor er nach Mauthausen kam war er in einer Wohlfahrtseinrichtung, einem Kloster in Haina, einer Einrichtung für geistig Abnorme und Invaliden. Ein Arzt hatte ihn für geistig abnorm deklariert. Er war mehrfach in solchen Anstalten, erstmals 1930. Er war in der Grundschule und später in St. Maurice nahe Paris auf einer Umschulung. Er ist durch Jugoslawien, Österreich, Italien, Schweiz und die Tschechoslowakei gereist und suchte eine Arbeit. Dann ging er zur franz. Fremdenlegion für zweieinhalb Jahre, dann wurde er als Invalide entlassen, kam nach Deutschland zurück und wurde sofort von der GESTAPO verhaftet, als Verräter. Das war 1934. Er wurde in Kehl festgehalten und immer wieder verhört, dann kam er in das KZ Kassel, wurde vor Gericht gestellt und bekam drei Jahre in den Mooren von Papenburg nahe der niederländischen Grenze. Danach war er zwei Jahre daheim ehe er in Wolfenbüttel wieder verhaftet wurde, was er zwei Jahre blieb. Dann kam er nach Haina und zwei Jahre später nach Mauthausen. Dort wurde er nackt ausgezogen, rasiert und mißhandelt, dann kam er in Quarantäne für vier Wochen. Dann kam er nach Gusen I, das war Ende April. Dort kam er in den Injektionsblock, 31 oder 32, sagt er. Nach nicht ganz einer Woche wurden er und die anderen aus der Anstalt in Haina in einen speziellen Raum gesperrt und Glas türmte durch ein Fenster. Von einem Bekannten erfuhr er, dass dieser spezielle Raum der Injektionsraum sei. Dieser Bekannte war ein Kapo, ging mit ihm zur Verwaltung und holte ihn in sein Arbeitskommando. Ab dem nächsten Tag ging er nach St. Georgen zu seinem Arbeitskommando und kam dabei auch bei Gusen II vorbei, wo erst eine Baracke existierte und blieb dort. Er ging täglich nach St. Georgen zur Arbeit, dort wurde eine unterirdische Munitionsfabrik gebaut, sagt Glas. Danach war er für zwei Wochen Stubenbursche, danach kam er zur Lagerpolizei und arbeitete in der Nacht. Tagsüber übernahm der Jude Rubinstein seine Aufgaben. Danach war er wieder Stubenbursche in Block 19. Dabei musste er die Rationen verteilen, dem Blockschreiber helfen und das Essen von der Küche holen, sowie das Brot vom Brotkapo. Bei der Essensverteilung gab es Probleme, die wurde von einem alten Rabbi und einem jungen Juden durchgeführt und einige Häftlinge beschwerten sich, dass sie nichts bekommen hätten. Glas wird auf die Aussage von Loureau angesprochen und sagt, dass sie nicht stimme. Glas weiß nichts davon, dass er gemeinsam mit anderen Lagerpolizisten im Waschraum einen Häftling in ein Faß gesteckt habe. Danach wird ihm seine eigene handschriftliche Aussage vorgelegt und er erklärt, dass sie inhaltlich nicht richtig sei. Er habe das unterschrieben nachdem ihm ein amerikanischer Offizier versprochen hatte, er käme aus dem Bunker heraus. Die eigentliche Befragung haben aber laut Glas ein ehemaliger SS-Hauptsturmführer und ein Wehrmachtssoldat durchgeführt im Bunker in Mauthausen. Er weigerte sich zu unterschreiben und wurde geschlagen, nach 14 Tagen im Bunker unterschrieb er schließlich. Ein weiteres handschriftliches Protokoll wird ihm vorgelegt, das in Dachau entstanden ist. Er sagt, dass es immerhin teilweise stimme. Es handle sich um eine Kopie von Schreiben anderer Männer, denn er habe verschiedene Dinge aufgeschrieben, die ihm von ehemaligen SS-Offizieren und SD-Männern gesagt wurden. [Fortsetzung der Aussage Transkript ab Seite 15227].
Persons keywordKarl Glas, Rubinstein, Loureau
SubjectLagerpolizei, Fremdenlegion, Injektion
LevelItem