U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-33, Aussage Dr. Geiger, S. 16046-16054
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-33, Aussage Dr. Geiger, S. 16046-16054
SignaturDMP.000-50-5-33.16046
InhaltsbeschreibungSeite: 16046-16054, Auszug einer Aussage von Dr. Hans Geiger im Fall 000-50-5-33. Er berichtet, dass er in Dachau zu 20 Jahren verurteilt wurde. Er war zunächst Truppenarzt und kam danach krankheitsbedingt ins KZ als Assisstenzarzt, damals hatte er Herzprobleme, jetzt hat er Typhus. Er war auch in Redlzipf und Ebensee - für zirka zwei Monate von April bis Ende Mai 1944. Dort war der Truppen- und Lagerarzt. Er kennt Wetterwald und auch den Angeklagten Schilling. Schilling sei eine Art Kurier gewesen, der oft mit Proben nach Wien fuhr. Als Geiger mit Deutschmann in Ebensee war, war Schilling im Truppenspital. Deutschmann war ranghöher als Schilling. Es sei falsch, dass Schillling für die hygienischen Bedingungen und die Sauberkeit im Revier zuständig war. Dafür war der Lagerarzt verantwortlich. Nach Geiger kam Dr. Jobst als Lagerarzt nach Ebensee. Dass Häftlinge an ihre Betten gefesselt wurden, wie ein Zeuge es Schilling vorwarf, sei nie vorgekommen. Der Zeuge Lörcher war Blockkapo im Genesungsblock und wurde von Geiger operiert. Wer im Revier aufgenommen wurde, entschieden die Häftlingsärzte oder Geiger selbst als Lagerarzt. Vertrauensarzt der Häftlinge in Ebensee war Dr. Curvosier aus Frankreich, ein Häftlingsarzt. Schilling habe nichts mit etwaigen Injektionen zu tun, dazu fehlte ihm die medizinische Ausbildung. Euthanasie kam in den Außenlager nicht vor, sagt Geiger, im Hauptlager aber schon, denn die Außenlager waren Arbeitslager. Der Lagerfriseur Vojacek, den Geiger nicht namentlich kennt, habe zuerst im alten Revier gearbeitet und später nachdem Geiger ein neues Revier und einen Entlausungsraum erbauen ließ, arbeitete der Friseur in diesem Entlausungsraum. Geiger war in Redlzipf von Oktober bis Dezember 1943, dann in Ebensee, Neuengamme, Flossenbürg und dessen Außenlager Leitmeritz. Zwischen Dezember 1943 und April 1944 war der Truppenarzt in Mauthausen. Geiger hatte eine fixe Runde, die er in Ebensee immer ging. Vom alten Revier zum Desinfektionsraum und dann zur Baustelle. Geiger sagt, dass er als einziger das Recht hatte, Anweisungen zu geben. Einmal seien zwei verstümmelte Häftlinge ohne sein Wissen aus dem Revier geholt und erschossen worden. Seither durften die Häftlingsärzte auch nur noch von ihm Befehle entgegennehmen.
AnmerkungenTranskript fehlt 000-50-5-33
PersonenschlagwortDr. Hans Geiger, Schilling, Deutschmann, Dr. Jobst, Wetterwald, Dr. Curvosier, Lörcher, Vojacek
SchlagwortLagerarzt, Häftlingsrevier, Dienstort, Exekution, Euthanasie
LevelEinzelstück