U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-41, Trial Transkript, S. 17163-17191
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-41, Trial Transkript, S. 17163-17191
ReferenceDMP.000-50-5-41.17163
Content descriptionSeite: 17163-17191, Kaufmann ist Entlastungszeuge und aus Österreich, er war in Linz III inhaftiert von 20. August 1944 bis zum 5. Mai 1945. Kaufmann kannte Sturm schon aus Mauthausen und traf ihn in Linz III wieder. Kaufmann war Kapo im Revier in Linz III. Sturm kam öfters ins Revier, Schöpperle nur sehr selten. Es gab sechs Ärzte in Linz III, Fogersch (Jugoslawe), Rakitsch (Jugoslawe), Serge (Russe), Schappka (Pole). Der SS-Sanitäter hieß Poschner und war ein ethnischer Deutscher aus Rumänien. Kaufmann hat Sturm nie jemanden schlagen gesehen. Poschner war kein Arzt, die Häftlingsärzte hatten laut Kaufmann das Recht, Häftlinge für krank zu erklären und im Revier zu behalten oder sie in den Block zur Ruhe zu schicken. Kurz vor der Befreiung gab Schöpperle den Befehl zur Evakuierung des Lagers und es bestand die Gefahr, dass das Revier angezündet wird. Da gab Sturm Kaufmann den Befehl, die kranken Häftlinge in die Hermann-Göring-Werke in Sicherheit zu bringen. Das waren insgesamt 2463, 700 davon kamen in den Bunker, der Rest musste im Freien bleiben. Sturm blieb ein Ankunft der US-Truppen als einziger SS-Mann im Lager und sorgte für Nahrungsmittel, die kranken Häftlinge wurden ins Lager zurückgebracht. Nach der Befreiung starben noch 17 Häftlinge an Entkräftung, etc. Am 24. April 1945 kam Schöpperle zu Kaufmann und ordnete an, dass täglich 160 bis 180 Häftlinge sterben müssten, das war um 9 Uhr früh. Um 11 kam der Sanitäter zu Kaufmann und Rapportführer Winkler und fragten ihn, ob er wisse, welcher Befehl er aus Mauthausen gekommen sei. Kaufmann bejahte das und Poschner sagte ihm, dass nächsten Morgen ein LKW käme und es 160 bis 180 Tote geben müssen, sonst werde Kaufmann dafür verantwortlich gemacht. Also ging Kaufmann zu Sturm und der sagte ihm, er müsse das verhindern. Also nahm Kaufmann die acht Liter Benzol, die gelagert waren und goss sie in die Latrine und zerbrach die Flaschen. Dafür bekam er von Poschner einige Ohrfeigen und die Drohung, er würde bei Schöpperle gemeldet werden, doch Sturm beschützte Kaufmann. Dann wird Kaufmann eine Glückwunschkarte vorgelegt, die Sturm von seinen fünf Häftlingen in seinem Büro geschenkt bekommen hat. Außerdem habe sie für ihn bei der Geburt seines ersten Kindes gesungen. Sturm hatte auch eine Musikgruppe im Lager, die auch oft im Revier spielte. Das war eine Häftlingsband, toleriert von Sturm und Schöpperle. Nach der Befreiung wollte ein Russe ein Maschinengewehr und alle SS-Männer töten, außer Sturm, Zink und Buchner. Der Zeuge Jankowski hat laut Kaufmann die Häftlinge selbst mißhandelt. Schöpperle suchte unter den Kranken immer wieder Arbeiter aus, weil einer der Direktoren der Hermann-Göring-Werke, Fiala ständig nach mehr Arbeitern verlangte. Kaufmann trug einige Zeit einen roten Winkel, bekam aber in Dachau unter Kommandant Biohowski einen rosa Winkel. In Linz III gab es sechs Ärzte und 46 Sanitäter. Kaufmann begleitete auch die Totentransporte von Linz III nach Mauthausen, meist zweimal die Woche, was ganzen Tag dauerte. Kaufmann schätzt, dass rund 25 bis 30 Häftlinge pro Tag starben. Kaufmann hatte die Erlaubnis von Sturm, dem Zählappell fernbleiben zu dürfen. Das Revier bestand aus sechs großen Räumen und einem kleineren, in den Blöcken 15 (eine Baracke) und 14 (zwei Baracken). Es gab 228 Betten aber es gab oft rund 600 Kranke und am Schluss gar 2000. Sturm hat laut Kaufmann keine Häftlinge mißhandelt, nur Fink.
Persons keyword Hermann Sturm, Schöpperle, Poschner, Karl Kaufmann, Fogersch, Raktisch, Serge, Schappka, Fiala
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