U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41651-41680
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41651-41680
ReferenceDMP.000-50-5-42.41651
Content descriptionSeite: 41651-41680, Der Zeuge der Anklage Josef Kowalski ist 57 Jahre alt und Schlosser aus Polen. Er war von 10.5.1940 bis 5.5.1945 im KZ. Er kennt alle drei Angeklagten - Pirner, Madlmayr und Folger - seit 2.8.1940 aus Gusen, davor war Kowalski in Dachau. Er kam mit rund 1800 anderen aus Dachau, darunter auch polnische Pfarrer und Intelligenz. Kowalski sagt zuerst über Vorkommnisse im September 1940, er war damals in Block 22 in Gusen. Pirner war Funktionshäftling in Block 13, Raum A, Madlmayr war Schreiber und lebte in Raum B. Im September 1940 mißhandelten Pirner und Madlmayr einige Häftlinge besonders schwer, traten sie und schlugen sie mit einem Stock, einer wurde anschließend ins Wasser getaucht - ein Pole, der ganze Block war damals anwesend. An diesem Tag wurden acht bis zehn ermordet. Beim Appell sah man dann die Leichen aufeinander liegen. Im nächsten Monat kam das wieder vor, Pirner entdeckte dabei einen polnischen Pfarrer, der einen Goldzahn im Mund hatte, wenig später sah Kowalski diesen Mann - tot, den Goldzahn hatte im Pirner gerissen. Am 15. August sah Kowalski, wie Madlmayr einen Polen tötete. Pirner und Madlmayr töteten viele Häftlinge, deshalb wurde Block 13 der Friedhof genannt. Pirner tauschte die Goldzähne gegen Alkohol und Essen. Folger war als Kapo eingesetzt, 1945 war er Kapo beim Kellerbau. Im Mai oder Juni 1943 schlug Folger polnische Häftlinge, die nicht in der Lage waren, einen Wagen zu ziehen - nahe des Steinbruchs Gusen. Kowalski erzählt, dass er und andere von Chmielewski und Steinbruch-Betreiber Wolfram in Dachau am 10.5.1940 ausgewählt wurden. Der Verteidiger fragt Kowalski im Detail nach der Anordnung der Blöcke. Das Revier war damals 1940 in den Blöcken 27 bis 30, die Invaliden waren in Block 24. Am 13. August gab es eine große Jagd auf den Häftling Jan Nowak, der geflohen war und es wurden Schläge verteilt. Pirner besorgte auch Alkohol und Zigaretten für die SS-Männer. Kowalski trug einen roten Winkel, Pirner und Madlmayer waren Häftlinge mit grünem Winkel, Pirner bekam später einen roten Winkel, sagt Kowalski. Das Gericht fragt nochmals detailliert nach dem Polen, der geschlagen und dan ertränkt wurde sowie nach dem Priester. Der Verteidiger sagt, er zweifelt die Glaubwürdigkeit des Zeugen an.
Persons keyword Carl Walter Chmielewski, Josef Kowalski, Georg Pirner, Alois Madlmayr, Johann Folger, Wolfram
SubjectMord, Misshandlung, Tatzeitpunkt, Infrastruktur
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