U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-44, Trial Transkript, S. 18074-18085
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-44, Trial Transkript, S. 18074-18085
ReferenceDMP.000-50-5-44.18074
Content descriptionSeite: 18074-18085, Hubert Frisch ist Zeuge der Verteidigung. Der Österreicher war Lagerältester in Steyr. Er kennt Tremmel aus Mauthausen von 1943, als sie noch beide Wachen waren, sagt Frisch. Dann sah er ihn erst im Februar 1944 wieder, als er ein Kommando führte, dass Blindgänger und Bomben sicherstellte. Dann sah er ihn wieder im April 1945 als er mit einer Häftlingsgruppe aus Wr. Neustadt kam. Das waren rund 400 Häftlinge. Beim Transport waren ein Hauptsturmführer ein Sanitäter und Tremmel dabei und dazu die Wachen - teils SS, teils Marine. Frisch empfing die Häftlinge im Lager und sie wurden gebadet, desinfiziert und in die Blöcke 1 bis 3 aufgeteilt, wo sie sich drei Tage erholen konnten. Die Häftlinge sagten, es sei ein recht guter Marsch gewesen, der körperliche Zustand der Häftlinge war recht gut. Dieser war der beste Evakuierungstransport im Vergleich zu den anderen, sagt Frisch. Etwas später kam der Marsch von den Saurer-Werken in Wien, da erreichten von 1600 nur 1000 das Lager Steyr. Es kam auch eine Bau-Brigade der SS an, die in schlechtem Zustand war. Die Häftlinge aus Wr. Neustadt hatten Trockennahrung mit dabei, als sie Steyr erreichten. Auch der Lagerschreiber von Wr. Neustadt erzählte Frisch, dass der Marsch gut war und niemand gefallen ist. Tremmels Ruf war gut. Der Lagerälteste erzählte Frisch, dass jeder Häftlinge beim Abmarsch in Wr. Neustadt zwei Laibe Brot bekommen hatte. Während des ganzen Marsch bekamen die Häftlinge vier bis fünf Laibe, sagt Frisch. Frisch sagt weiter, dass er mit allen 400 Männern dieses Transport geredet habe und überwiegend war von einem guten Marsch die Rede, auch die Italiener sagten das. Für diese Gespräche hatte er einen Dolmetscher. Auch ein Wagen mit Essen habe den Marsch begleitet. Frisch kam nach Steyr also dort im Februar 1944 ein Bombenangriff stattfand. Frisch sagt, er hat den Marsch selbst in Empfang genommen, der täglich rund 10 bis 15 Kilometer gehen musste und hinter der Kolonne war das Fahrzeug mit der Nahrung. Insgesamt waren es zwei Fahrzeuge, beide motorisiert. Frisch sagt, dass die Evakuierungsmärsche auch ihren Häftlingskarteikarten mitbrachten und überprüft wurde, wieviele Häftlinge fehlten, beim Marsch aus Wr. Neustadt fehlten höchstens sechs oder sieben, die geflohen seine, so berichtete ihm der Lagerschreiber.
Persons keywordPaul Tremmel, Hubert Frisch
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