U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-45, Trial Transkript, S. 43151-43163
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-45, Trial Transkript, S. 43151-43163
ReferenceDMP.000-50-5-45.43151
Content descriptionSeite: 43151-43163, Der Zeuge der Anklage Peter Bleimüller kommt aus Herzogenaurach, ist Maler und Künstler, 49 Jahre alt und war von 1.12.1941 bis 8. Mai 1945 im KZ Mauthausen. Zuerst im Strafkommando, woher er auch den Häftling Karl Fleischer kennt. Fleischer war Hilfskapo, ein „Nichtstuer“, wie sie laut Bleimüller genannt wurden. Bleimüller beschreibt eine Begebenheit aus dem März 1942: Damals musste Bleimüllers Kommando Kabel ausgraben, die von Mauthausen zum Russenlager führten. Der Blockführer damals wurde „Pirat“ genannt, der Kommandoführer war Schienpesel oder auch „langer Anton“. Diese Beiden waren besonders gefährlich. Denn auf dem Weg zum Steinbruch stießen sie immer wieder Häftlinge über die Todesstiege. Bei einer Zahl von 180 bis 200 Häftlingen gab es täglich rund 12 bis 20 Todesfälle. Bei den Kabelgrabungen wurde der Untergrund brüchig, Fleischer musste die Häftlinge dennoch noch mehr antreiben. Fleischer ermordete vier Häftlinge mit einem Schaufelstiel. Darunter waren Karl Loawy aus den USA und ein Mann namens Hirsch aus Alsace in Frankreich, außerdem zwei junge Polen. Ungefähr 20 Meter entfernt begann ein kleiner Wald und dort war die Postenkette. Dabei war ein Wachmann Thomich Kleber, der den um ihr Leben flehenden Häftlingen in den Kopf schoss. Bleimüller kennt Fleischer seit Februar 1942, Fleischer verließ Mauthausen im August 1942. Fleischer soll damals in einen Diebstahl verwickelt gewesen sein. Wenn Häftlinge neu ankamen mussten sie auf Befehl von Bachmayer oft in den Steinbruch. Alle paar Wochen kam Bachmayer und fragte, wer schon wie lange im Steinbruch arbeitet. Fleischer kam offenbar nach Gusen I. Fleischer handelte auf Befehl der SS-Männer, doch er bekam dafür deren Essen und andere Privilegien. Fleischer galt als einer der größten „Organisierer“ im Lager, doch nur für gewisse Häftlinge. Bleimüller ist Deutscher und kam ins KZ weil er bei der franz. Fremdenlegion war. Nach dem Vorgall mit Fleischer, der vier Häftlinge prügelte und auf eine Wache der Postenkette zutrieb, meldete der Kommandoführer den Vorfall an die polit. Abteilung. Ein Foto wurde gemacht und als Todesursache „auf der Flucht erschossen“.
Persons keywordSchienpesel, Bachmayer, Thomich Kleber, Karl Fleischer, Karl Loawy, Hirsch, Peter Bleimüller
SubjectFlucht, Schwarzmarkt, Wiener Graben
LevelItem