U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-46, Trial Transkript, S. 48049-48063
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-46, Trial Transkript, S. 48049-48063
SignaturDMP.000-50-5-46.48049
InhaltsbeschreibungSeite: 48049-48063, Karl Payrleithner, Zeuge der Verteidigung, gibt u.a. an: Er sei von September 1944 bis 23. April 1945 in St. Valentin inhaftiert gewesen (dann nach Ebensee evakuiert) und habe dort in der Zahnstation (Payrleithner gibt als Beruf "dentist" an) gearbeitet. Von Posern, so Payrleithner, habe den Häftlingen geholfen; ihn habe er vom KLM nach St. Valentin geholt, da er der einzige Dentist im Lager gewesen sei. Auch habe er durch Von Posern einen Zahnarzt namens Vogel aus dem Ort Mauthausen kontaktieren können. Von Posern habe weiters möglich gemacht, erklärt Payrleithner, dass er Kontakt mit seinen Verwandten aufnehmen konnte. In St. Valentin habe Von Posern Häftlinge geschickt, die krank waren und vom Lagerarzt dort keine Hilfe bekamen. Geschlagen habe Von Posern schon gelegentlich - aber, so Payrleithner, entweder als Strafe und zur Vermeidung einer Meldungserstattung oder auf Befehl von Vorgesetzten. Jedoch sei Von Posern im Lager sehr unbeliebt gewesen, da er laut und arrogant wirkte. Der Häftling Moses Piller, erklärt Payrleithner, sei der einzige jüdische Häftling gewesen, der im Rahmen eines Luftangriffes gestorben sei - nämlich am 23. März 1945 und gemeinsam mit 11 anderen Häftlingen. Befragt zu Erhängungen meint Payrleithner, dies sei einmal vorgekommen: Ein entflohener Häftling sei durch den Lagerältesten Herbert Stucke erhängt worden. Payrleithner erklärt weiters, er sei in Ebensee gemeinsam mit Von Posern bis zur Befreiung in Block 25 untergebracht gewesen; dass jemand Von Posern habe töten wollen, so Payrleithner, habe er nicht bemerkt. Im Rahmen des Kreuzverhörs fällt u.a. der Name des Schreibers im Häftlingsrevier, Richter. Er gibt an, die Todesrate in St. Valentin sei bei 6-10 Häftlingen pro Woche gelegen - der Großteil sei an Unterernährung und Odemen verstorben. In einem Fall sei ein Häftling auch nach einem Arbeitsunfall gestorben.
Personenschlagwort Karl Payrleithner, Hans von Posern, Moses Piller, Richter
SchlagwortZahnstation, Misshandlung, Luftangriff, Exekution, Lynchmord
LevelEinzelstück