U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45283-45294
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45283-45294
ReferenceDMP.000-50-5-49.45283
Content descriptionSeite: 45283-45294, Der Zeuge der Verteidigung Dr. Victor Opresnigg lebt in Linz, ist Arzt seit 1938. Er war in Gusen I von 10. Juli 1941 bis 20. November 1942. Dann kam er nach Sachsenhausen und später Buchenwald, wo er am 20. November 1944 entlassen wurde. In Gusen arbeitete er in der Pathologie und kannte Wolfram gut, sah ihn hunderte Male. Von Mißhandlungen hörte er nie etwas. Opresnigg ging ein bis zweimal am Tag beim Steinbruch spazieren weil er ganzen Tag in einem stinkenden Labor arbeitete. Dabei ging er öfters ins Bauleitunggsbüro wo der frühere Häftling Kunz und Wolfram arbeiteten. Dort besorgte sich Opresnigg illegal Materialien für die Pathologie, die ihm fehlten, etwa Papier. Außerdem holte Opresnigg einen Drogisten und einen weiteren Mann namens George Beimler aus dem Steinbruch heraus und noch einige andere mehr. Die Toten im Steinbruch gingen auf das Konto von Kapo Wuchenik und dem Häftling Roessler (grüner Winkel). Die Arbeitseinsatzführer Unterscharführer Grosse und Kluge töteten ebenfalls Häftlinge. In seiner Zeit von Juli 1941 bis 1942 registrierte Opresnigg 17665 Tote, die meisten kamen aus dem Bad. Opresnigg war auch kurze Zeit bei einem Transportkommando, dort wurde Holz transportiert. Dort musste er als Strafe von Dr. Kiesewetter hin. Der hatte gefordert, dass die Häftlingsärzte Hautstücke von toten Häftlingen herausschneiden, was Opresnigg verweigerte. Kiesewetter war Opresniggs Vorgesetzter. Kunz war Wolframs Kapo. Opresnigg musste alle Leichen registrieren und Untersuchungen von Blut- oder Urinproben durchführen, die aus dem Lager oder den Außenkommandos kamen. Außerdem musste er histologische Präparate vorbereiten für spätere Untersuchungen unter dem Mikroskop. Die Todesursachen der Häftlinge die im Revier starben wurden auf einem Bericht vermerkt, Häftlinge die anderswo starben bzw. getötet wurden, wurden im Autopsieraum bei Dr. Prof. Kaminsky untersucht. Viele Todesursachen waren nicht korrekt. Das Totenbuch wurde jeden Morgen um 7.30 Uhr in die Revierschreibstube gebracht und der aktuell im Dienst befindliche Schreiber trug die Todesfälle ein. Einige Zeit später bekam Opresnigg das Buch, da waren alle Daten schon eingetragen, einschließlich der Todesursachen. Opresnigg sagt, es gab eine Liste von Todesursachen in Revier, die erlaubt waren, ins Totenbuch eingetragen zu werden.
Persons keywordGrosse, Kluge, Dr. Kiesewetter, Dr. Victor Opresnigg, George Beimler, Roessler, Dr. Kaminsky, Kunz, Paul Wolfram
SubjectPathologie, Totenbuch, Häftlingsrevier, Todesursachen, Arbeitsalltag
LevelItem