U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45294-45301
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45294-45301
ReferenceDMP.000-50-5-49.45294
Content descriptionSeite: 45294-45301, Der Zeuge der Verteidigung Erich Kunz ist Zeuge Jehovas, lebt in Saarbrücken und ist Handeslangestellter bei einer Firma für Elektromotoren. Er war in Gusen I von Herbst 1940 bis 5. Mai 1945 und arbeitete im Büro von Manager Wolfram. Abgesehen von einem Jahr im Zeitraum 1943 bis 1944 war er ganze Zeit in diesem Büro tätig. Für diesen zeitraum wurde er von Lagerkommandant Ziereis in den Steinbruch überstellt wegen seins Glaubens. Kunze war für das Büro verantwortlich, anfans bestand es aus zwei Mann. Doch aufgrund einer Umstrukturierung des Arbeitseinsatzes wurde er beauftragt, mit Wolfram das Büro zu reorganisieren. Zunächst suchte sich Kunze einige fähige Häftlinge aus, die Deutsch reden und schreiben konnten, Wolfram gab ihm dabei freie Hand. Wolfram vertraute Kunze aufgrund von dessen violettem Winkel. Die SS-Führer wie Ziereis, Seidler, Kluge oder Gross sahen es nicht gerne, dass Häftlinge in diesem Büro beschäftigt wurden, erklärt Kunz. Das Büro wurde immer größer und hatte bis zu 33 Beschäftigte. Wolfram blieb lange Zeit Zivilist und bekam dann ehrenhalber den Rang eines SS-Obersturmführers, weil er ein Experte war. Die Firma [Dest] wurde von der SS gegründet, um die Arbeitskraft der Häftlinge auszubeuten, sagt Kunz. Berichte über die Häftlinge im Steinbruch wurden von Kapos und Kommandoführern verfasst und gingen jeweils über die Kommandoführer an die Kommandantur, durch Kunzs Büro gingen diese nicht. Sehr wohl gingen aber Berichte von Wolfram über das Büro von Kunz, diese betrafen öfters die Bestrafung von Häftlingen, etwa bei Sabotageakten. Zwischen Produktion und Bewachung wurde strikt getrennt, die SS war akribisch darauf bedacht, dass in ihrem Domäne bei der Wache niemand eindrang. Wolfram durfte mit den Häftlingen nur über arbeitstechnische Dinge sprechen, für die Disziplin war die SS zuständig. Kunz beschreibt den Charakter und die Rolle von Wolfram als "strikter Manager", dem Grausamkeiten völlig fremd waren. Sie waren offenbar sehr vertraut, Kunz erzählt, dass ihm Wolfram von der Flucht Heess' nach England berichtete und schon damals an den Siegchancen des Deutschen Reichs zweifelte. Wolfram habe schon Anfang 1940 damit begonnen, Briefe an die Dest-Führung zu schreiben, und um Prämien und Zulagen für die Häftlinge zu bitten.
Persons keyword Franz Xaver Ziereis, Seidler, Grosse, Kluge, Erich Kunz, Paul Wolfram
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