U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Eidesstattliche Erklärung Paul Wolfram, 9.10.1947 [eng. u. deu.], S. 45362-45366
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Eidesstattliche Erklärung Paul Wolfram, 9.10.1947 [eng. u. deu.], S. 45362-45366
ReferenceDMP.000-50-5-49.45362
Content descriptionSeite: 45362-45366, Wolfram berichtet über ein Treffen im Arbeitszimmer von Ziereis, zu dem er von Seidler befohlen wurde. Dabei waren neben Ziereis und Seidler auch noch Schüttauf und eben Wolfram selbst. Dort Ziereis von einem Geheimbefehl von Himmler über Kaltenbrunner und Eigruber. Laut diesem Befehl sollten sämtliche Häftlinge von KLM samt der Außenlager vernichtet werden. Begründung dafür war, dass die Häftlinge nicht dem FEind im Kampf gegen das Deutsche Reich helfen sollten und dass sämtliche Zeugen der Zustände in den KZs vernichtet werden sollten. In KLM und Gusen I und II sollten sämtliche Häftlinge unter Vorhaltung eines Luftangriffs in die Stollen gebtrieben werden, die danach gesprengt werden sollten. Seidler sollte für den Luftalarm sorgten und sämtliche Häftlinge zu den Stollen bringen, Schüttauf sollte die Ausgänge mit MGs bewachen und Wolfram die Sprengung durchführen. Wolfram sagt, er wollte daraufhin Zeit schinden und äußerte Zweifel. Die Häftlinge würden die Sprengladungen nicht anbringen, doch Ziereis meinte darauf, dass das eben die SS-Männer machen sollen. Auf den Einwand, dass die Häftlinge die Veränderung bemerken würden, schlug Ziereis vor, mit drei angezündeten Waggons in die Stollen zu fahren, Wolfram solle die Sprengstoffvorräte checken. Wolfram meldete eine zu geringe Zahl an Sprengstoff, worauf Ziereis befahl, zwei Stolleneingäge zuzumauern. Dafür verwendete Wolfram große Mengen Sprengstoffs, wodurch dieser neuerlich zu wenig war. Ziereis warf ihm Sabotage vor, ließ dann jedoch einige Fliegerbomben anliefern, rund 20 bis 24 Stück. Diese Bomben wurden in Gusen unterirdisch von SS-Untersturmführern gelagert, doch Wolfram versteckte die Zündmasse, woraufhin ihn Ziereis wieder beschuldigte. Ziereis beschaffte daraufhin weitere 120 STück Seeminen, bei denen aber schon von vorne herein die Zünder fehlten, auch diese Minen wurden im unterirdischen Lager in Gusen verwart. Ziereis befahl Wolfram, die Minen händisch zu öffnen, was dieser verweigerte. Ein junger Österreicher, ein Feuerwerker, recherchierte dann, dass die Zünder falsch geliefert wurden, die Minen aber bedenkenlos geöffnet werden könnten. Wolfram weigerte sich aber, da wollte Ziereis dafür Häftlinge verwenden, doch auch das verweigerte Wolfram mit dem Hinweis auf eine Anordung, dass das Gelände einem Sonderbevollmächtigten für Strahlenflugzeuge unterstehe, der seine Genehmigung keinesfalls erteilen würde. Ab diesem Zeitpunkt (27. oder 28. April) hörte Wolfram nichts mehr von Ziereis. Ziereis habe nur noch getrunken. Wolfram schickte seie Frau und seinen Sohn auf die Flcuht, zwei Tage später auch seinen zweiten Sohn und seine Tochter. Am Nachmittag verschwand auch Wolfram selbst in die Alpen, die Schlüssel für das Magazin warf er in die Donau.
Persons keyword Franz Xaver Ziereis, Seidler, Erich Schüttauf, Ernst Karl Kaltenbrunner, Heinrich Himmler, Eigruber, Paul Wolfram
SubjectKriegsende, Stollensprengung, Sabotage
LevelItem