U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Eidesstattliche Erklärung Erich Kunz, 22.11.1947 [eng. u. deu.], S. 45530-45540
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Eidesstattliche Erklärung Erich Kunz, 22.11.1947 [eng. u. deu.], S. 45530-45540
ReferenceDMP.000-50-5-49.45530
Content descriptionSeite: 45530-45540, Kunz gibt an, dass er als Zeuge vor Gericht nicht ausreichend Gelegenheit bekommen habe, um für Wolfram, der bei der Dest angestellt war, auszusagen. Er traf Wolfram erstmals im Sommer 1940, Kunz war häftling im Steinbruch von Mauthausen. Kunz ist Zeuge Jehovas und war schon seit 1.9.1936 in Haft. Kunz, weil er Maschineschreiben und Steno konnte, wurde für das Baubüro der Dest ausgewählt - von Wolfram. Doch dieser wurde nach kurzer Zeit nach Gusen I versetzt als Manager des Steinbruchs dort. Dort war damals noch alles unorganisiert und Wolfram musste den Betrieb aufbauen - auf Anweisung Himmlers in strikt wirtschaftlicher Weise. Wolfram nahm auch Kunz mit nach Gusen und sie organisierten gemeinsam. Er kenne Wolfram und wisse, dass dieser nicht zu den SS-Verbrechern gehört. Wolfram hatte nichts mit der Disziplin im Steinbruch Gusen zu tun, leitete nur das Wirtschaftliche und Fachliche. Mit den vielen Toten dort habe Wolfram nichts zu tun. Weil er hart zu den Häftlingen sein musste hatten manche vielleicht eine falsche Vorstellung von ihm. Wolfram wusste von Kunz, dass die Bedingungen für die Häftlinge schwer sind und deshalb urgierte er in Berlin Verbesserungen. Wolfram setzte sich für Prämien, Extranahrung und mehr Rauchwaren ein. Ab 1943 gab es daher ein Bonussystem, das die fleißigsten Arbeiter belohnte. Wolfram habe auch versucht, mehr Kontrolle zu erlangen, um die Nahrungsmittel besser verteilen zu können, die überwiegend von der SS und kriminellen Häftlingen gestohlen wurde. Doch durch eine Direktive aus 1942/43 von der SS-Reichsführung wurde der Lagerkommandanten Ziereis Direktor der Fabrik (Plant - vmtl. Steinbrüche gemeint). Die Häftlinge im Baubüro bekamen ihr Essen aus der Zivilistenkantine. Wolframs Waffe lag immer in einer Lade im Büro, er habe immer gemurrt wenn er zu einer der vorgeschriebenen Schussübungen auf den Schießplatz in St. Georgen musste. Abschließend erzählt Kunz vom Plan Ziereis, die Tunnel mit den Häftlingen darin zu sprengen, was Wolfram verhindert hat.
Persons keyword Franz Xaver Ziereis, Erich Kunz, Paul Wolfram
SubjectDest-Büro, Steinbruch, Prämien, Dienstbefehl, Kriegsende
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