U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-50, Trial Transkript, S. 46315-46324
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-50, Trial Transkript, S. 46315-46324
ReferenceDMP.000-50-5-50.46315
Content descriptionSeite: 46315-46324, Josef Urbaniak ist Zeuge der Anklage, ist Hoteleigentümer, lebt in Salzburg und ist 52 Jahre alt. Er kam 1939 nach KLM, im März 1940 nach Gusen I und im März 1945 nach Gusen zwei, wo er bis zur Befreiung blieb. Seine ersten Aussagen beziehen sich auf Weidhofer, er kennt aber auch Berg. Es geht um eine Begebenheit im August oder September 1943. Während des Abendessens kamen einige Pakete an. Nach dem Essen musste die Häftlinge in die Postbaracke kommen, die HÄlfte der Baracke nahmen sich gleich Kapos und Blockälteste. Weidhofer war bei der Lagerpolizei und als die Häftlinge zu schieben anfingen, weil sie zu den Paketen wollten, begann er mit dem Gummiknüppel um sich zu schlagen. Ein Häftling fiel auf den Boden und Weidhofer schlug auf ihn ein - ein Pole. Im November oder Dezember 1943 wurden drei Häftlinge ertränkt, da war Weidhofer auch dabei. Weidhofer, der Blockälteste von Block 19 und der Oberkapo Ott waren im Waschraum, von dort hörte Urbaniak dann Schreie. Nach einer Dreiviertelstunde kamen sie heraus und man sah drei Leichen auf dem Boden liegen - ein Holländer, ein Pole und ein Belgier. Zu Berg: In Gusen II im märz oder April geschah im Block 16 ein Mord. Alle Invaliden mussten sich ausziehen und in den Block 16 gehen, dort sah Urbaniak dann Berg mit einem Gummi stehen und er schlug die schwachen Häftlinge. Am nächsten Morgen lagen diese Häftlinge tot vor dem Block - viele Nationalitäten waren betroffen. Urbaniak sagt, es stimme, dass viele Kapos und Funktionäre nach Kriegsende gelyncht wurden, doch die Allerschlimmsten wurden von der SS am 3. und 4. Mai freigelassen. Weidhofer war nicht in Gusen II, er trut Zivilkleidung, nur bei seiner Jacke war ein Teil in Zebrastoff gehalten. Urbaniaks Hotel ist in Posen, Weidhofers Vornamen kennt er nicht, weiß aber, dass er ein "Zigeuner" sei. Im Jahr 1942 ging Weidhofer von Block zu Block und spiele Gitarre. Weidhofer trug einen schwarzen Winkel. Gegen KRiegsende jedoch wechselten viele der Kapos ihre Winkel auf Rot. [Weidhofer hat offenbar während des Prozesses einen hysterischen Anfall und nicht näher definierte Geräsuche und Aussagen getätigt. In einer Prozesspause wurde Weidhofer untersucht und für fähig befunden, dem Prozess zu folgen. Ein Psychiater bleibt aber im RAum und beobachtet ihn].
Persons keywordAdolf Berg, Josef Urbaniak, Weidhofer
SubjectPoststelle, Mord, Lynchjustiz, Geisteszustand, Uniform, Lagerpolizei
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