U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-22, Trial Transkript, S. 18815-18826
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-22, Trial Transkript, S. 18815-18826
SignaturDMP.000-Mauthausen-6.18815
InhaltsbeschreibungSeite: 18815-18826, Dr. Josef Karchowski, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von Mai 1940 bis Mai 1945 in untersch. Konzentrationslagern inhaftiert gewesen; darunter von September 1943 bis zur Bombardierung des Lagers im Juni oder Juli 1944; danach sei er nach Floridsdorf gekommen und dort geblieben, bis auch dieses im November 1944 bombardiert wurde. Sowohl in Schwechat als auch in Floridsdorf sei er, gibt Karchowski an, als erster Arzt im Revier eingesetzt gewesen. Cuerten, so Karchowski, sei er zum ersten Mal 1943 in Gusen I begegnet; auch in Schwechat und Floridsdorf sei dieser stationiert gewesen. Karchowski berichtet von einem Vorfall, bei dem ein entflohener und wieder eingefangener Häftling, ein Kapo namens Theo, in Anwesenheit von Cuerten, Streitwieser und Appellführer Buehner in einen Raum gebracht wurde. In der Nacht habe es einnen Bombenalarm gegeben, erklärt Karchowski, und währenddessen habe er auch Schreie gehört. Am Folgetag habe er die Leiche des erwähnten Häftlings mit Brandspuren - verursacht durch den elektrischen Zaun - gesehen. Betreffend Injektionen als Mordmethode gibt Karchowski an: Diese Methode kenne er bereits aus seiner Haftzeit in Gusen. Verwendet worden seien: Benzin, Peroxid, Zyankali und das Anästhetikum Evipan, das bei schneller Injektion Tod durch Schock hervorruft. Auch in Schwechat, erklärt Karchowski, seien Injektionen durchgeführt worden; in Bezug auf Floridsdorf könne er sich nicht erinnern. Er sei anwesend gewesen, als Cuerten einen russischen Häftling im Frühling 1944 mit einer Benzin-Injektion ins Herz tötete - auch Kapo Dorn wäre dabei gewesen. Zu Floridsdorf befragt meint Karchowski, Streitwieser habe sich wenig um das Lager gekümmert; Buehner sei der eigentliche Chef gewesen, jedoch nur bei den Heinkel-Werken von Floridsdorf gewesen und nicht in Schwechat. Weiters meint er, Cuerten habe durch den SS-Arzt Klimak versucht, Bruckner in ein Sanatorium einweisen zu lassen. Im Rahmen des Kreuzverhörs wird Karchowski offenbar eine Liste von Medikamenten vorgelegt; dazu meint er, die medizinischen Bestellungen hätten in etwa so ausgesehen und von der Elizabeth-Apotheke monatlich bestelllt worden.
AnmerkungenDorn offenbar Kapo!
Personenschlagwort Eduard Cürten, Anton (Toni) Streitwieser, Buehne, Klimek/Klimak, Bruckner, Joseph Karchowski, Dorn
SchlagwortHäftlingsarzt, Sanitäter, Injektion, Luftangriff, Lagerarzt
LevelEinzelstück