U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49087-49111
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49087-49111
SignaturDMP.000-50-5-2.49087
InhaltsbeschreibungSeite: 49087-49111, Walter Irwin Gaedicke ist Zeuge der Anklage. Er ist Journalist aus Stuttgart, 48 Jahre alt und Deutscher. Er kennt fast alle Angeklagten. Gaedicke war von August 1943 bis zum Ende in Wr. Neudorf. In dieser Zeit sah er in Wr. Neudorf Schmutzler, Hollriegl, Stier, Schrader, Nitschke, Kuhnert und die Nr. 40 (Dura) der Anklagebank. Schmutzler war der Lagerführer in Wr. Neudorf und bemühte sich zu Beginn, für gute Bedingungen zu sorgfen, sagt Gaedicke. Doch bald wurde die Lage schlechter, Schmutzler schlug die Häftlinge selbst. Gaedicke spricht über die Bedingungen in Wr. Neudorf bei der Arbeit in den F.O.W. - es gab zwei Schichten, oft bekamen die Häftlinge nur zwei, drei Stunden Schlaf, weil sie stundenlang beim Rapport stehen mussten. Gaedickes Kommandoführer war Kuhnert, dieser hatte einen guten Ruf, er gab auch Extrarationen her. Gaedicke nennt einen Mithäftling namens Gerhart Brause, dieser musste von jedem Todesfall im Lager Wr. Neudorf eine Skizze anfertigen. Gaedicke zählt einige Fälle auf, in denen Häftlinge ermordet wurden. Darunter der Fall des Polen, der ein Stück Leder gestohlen hatte - Schmutzler war dabei, als dieser Häftling in den Zaun gejagt wurde und starb. Gaedicke erzählt auch über den Evakuierungsmarsch - er flüchtete am elften Tag des Marschs. Gaedicke sagt, er war bei 12 bis 14 Erschießungen während des Marsches Zeuge. Hollriegl war beim Marsch Gruppenführer. Die erste Erschießung machte aber Gruppenführer Weiss - es war ein junger Pole, der nicht mehr konnte. Weiss sagte ihm danach, dass es einen Befehl dazu gab, alle Häftlinge zu erschießen, die nicht mehr weiterkonnten. Bei dem Treffen waren Schmutzler, Stier, Schrader, Weiss und Troester mit dabei. Weiss erschoss vier oder fünf weitere Männer im Verlauf des Marschs. Auch Stier hat zwei Häftlinge erschossen, sagt Gaedicke. Hollriegl schlug im Lager zahlreiche Häftlinge, auch Gaedicke selbst. Stier habe während des Marsches auch einem der Wachmänner von der Wehrmacht mit Erschießung gedroht, falls er nicht mehr weitergehen könne. Nitschke war der Hundeführer im lager, mehr weiß er über ihn aber nicht. Gaedicke bestätigt, dass zahlreiche Wachen des Marsches von der Luftwaffe kamen. Gaedicke bestätigt, dass die Hundeführer während des Marsches, wenn sie einer Wachtruppe zugeordnet waren, dem Gruppenführer unterstanden, konkret geht es hier um Weiss. Dennoch erschossen die Hundeführer Häftlinge sofort, wenn diese hinfielen und nicht weiter konnten. Gaedicke bestätigt, dass Hollriegl mit den Häftlingen Fußball gespielt hat, nicht jedoch weiß er, dass er mit ihnen Schach spielte oder im Teich gebadet hat.
Personenschlagwort Kurt Emil Schmutzler, Hollriegl [sic ], Ludwig Stier, Schrader, Weiss, Troester, Walter Irwin Gaedicke, Gerhard Brause
SchlagwortEvakuierungsmärsche, Flugzeugproduktion, Exekution, Sport, Wachhund, Dienstunterstellung
LevelEinzelstück