U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49492-49560
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-2, Trial Transkript, S. 49492-49560
SignaturDMP.000-50-5-2.49492.2
InhaltsbeschreibungSeite: 49492-49560, [Fortsetzung Schmutzler-Aussage] Es gab keine Strafkompanie in Wr. Neudorf, sagt Schmutzler, das schlechteste Kommando war das Kohlekommando, gegen das er auftrat, jedoch setzte sich die Fabrik bei Ziereis durch und so blieb das Kommando bestehen. Gleich zu Beginn hatten zahlreiche Häftlinge Diphterie, eingeschleppt aus Mauthausen. In der Fabrik gab es auch einen Abwehrbeauftragten, der Wehrmachtsmann war und alle Vorfälle sofort an Mauthausen meldete. Immer wieder wurden auch Häftlinge von der politischen Abteilung in Mauthausen angefordert. Um die Ordnung aufrecht zu erhalten, habe er die Häftlinge manchmal ohrfeigen müssen - wegen Diebstählen, etc. Im Frühling 1944 wurde ein Teil der Fabrik nach Pressburg verlagert, 800 Häftlinge kamen in andere Außenlager, nämlich nach Graz, das Schmutzler als Außenlager der Steyr-Werke bezeichnet. Anfang März 1944 wurde auch eine SS-Kompanie samt Kompanieführer wegversetzt. Stattdesen kamen rund 350 Luftwaffe-Männer. Erschießungen auf der Flucht und SElbstmorde wurden dann erheblich weniger. Am 26.7.1944 wurde das Lager durch einen Luftangriff komplett zerstört. Sofort wurde nördlich von Wr. Neudorf ein neues Lager errichtet. Weil die Häftlinge so bei Kraft waren, fragten sie Schmutzler, ob sie Sport betreiben dürften und so durften sie Fußballspielen, Schwimmen aber auch musizieren oder Theater spielen. Weitere 800 Häftlinge kamen noch dazu und zu den 2. Luftwaffe-Kompanien kamen 40 SS-Wachen und 12 Hundeführer, die zur 37. Kompanie gehörten. Schmutzler sagt, er sei für diese Männer disziplinarisch nicht zuständig gewesen. 1945 wurde die Flugzeugfabrik nach Kirchbühel in Tirol verlagert, auch die Häftlinge sollten dorthin folgen. Im Nov. oder Dez. 1944 bekam Schmutzler den Befehl, sich mit Gruppenführer Schimana in Wien in Verbindung zu setzen. Dieser berichtete ihm vom Plan einer Evakuierung der Lager in und um Wien als Folge der näherrückenden Frontlinie. Details wusste er aber nicht, weshalb sich Schmutzler an Major Tannenberg wandte, der aber auch keine Details kannte. Im Februar 1945 bekam er von Tannenberg eine Landkarte mit einer möglichen Marschroute. Der Marsch durfte nur Straßen 2. Ranges verwenden, die größeren Straßen waren für die Armee reserviert. Ende März 1945 bekam er von Ziereis einen Befehl mit Anweisungen für die Durchführung eines Evakuierungsmarsches. Daraus ging auch hervor, dass Häftlinge, die nicht marschieren konnten, erschossen werden mussten. Basierend auf diesem Befehl rief er seine Männer zu sich. Lagerarzt Dr. Plaettig, Stier, Rapportführer Lamm, Verwaltungsführer Bromby, die Führer der Kompanien - Huelsen, Troester, Schrader, Weiss sowie Nitschke und Rosike von den Hundeführern. Kühenführer war Harasem. Von der Fabrik wurden ihm für den Marsch zehn LKWs versprochen. Lamm wurde am Vorabend des Ostersonntag schon unruhig und Schmutzler schickte ihn nach Wien zu Schimana, der befahl ihnen, noch zu warten. Einige Stunden später rief Major Tannenberg auf Befehl von Schimana an und befahl die Lagerräumung. Von der Fabrik kamen nur fünf LKWs, Dr. Tavs von der Fabrik sagte zu Schmutzler, er solle Stier den Transport übertragen und selbst mit ihm kommen. Wegen der LKWs intervenierte Schmutzler bei Direktor Bayer. Er bekam noch ein Fahrzeug mit Holzvergasermotor.
Personenschlagwort Kurt Emil Schmutzler, Dr. Plaettig, Ludwig Stier, Rudolf Lamm, Bromby, Huelsen, Troester, Schrader, Weiss Nitschke, Rosicki, Harasem, Schimana, Tannenberg
SchlagwortFlucht, Krankheit, Luftangriff, Luftwaffe, Evakuierungsmärsche
LevelEinzelstück