U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-3, Trial Transkript, S. 5591-5651
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-3, Trial Transkript, S. 5591-5651
SignaturDMP.000-50-5-3.5591
InhaltsbeschreibungSeite: 5591-5651, Grill spricht über die Vorkriegszeit und wie er zur SS kam, er sei von Hitler beeindruckt gewesen und habe unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen gelebt, sei deshalb zur SS gegangen. Dachau war das erste KZ von dem er wusste. Er dachte, dort würden Feinde der NSDAP umerzogen und dann wieder freigelassen. 1940 kam er zur Wehrmacht, wurde verwundet und dann in den KZ-Wachdienst überstellt und er kam in die Poststelle in Mauthausen, wo er vier Tage lang eingeschult wurde, dann kam er nach Gusen. Grill sagt aus, dass die Poststelle im selben Gebäude war wie die nationalsozialistische Wohlfahrtsorganisation (National Socialist Welfare Organization) - vermutlich NSV - und auch ein Büro der NSDAP. Auch das Büro von Ziereis war in diesem Gebäude, sagt Grill. Grill erklärt bis ins kleinste Detail einen typischen Tag in der Poststelle (WICHTIG) - Abholung der Post von St. Georgen, Sortierung, Zensur, etc. Weil es soviel Post gab, wurde ein eigenes Postauto angeschafft, das täglich fuhr. Bis 1943 bekam nur ein Häftling namens Guyer Pakete vom Roten Kreuz, ab August 1944 kamen mehr RK-Pakete. Grill gibt an, persönlich eine Weisung Himmlers unterschrieben zu haben, die besagte, dass der Diebstahl von Paketen mit dem Tod durch Erhängen bestraft würde, das war 1942. Iffert war rund drei Jahre lang für das Zensurieren der Pakete und Briefe zuständig. Die Poststelle in Gusen unterstand Mauthausen, was Chmielewski nicht gefiel. Dieser konnte Grill nicht sehr gut leiden, sagt Grill. Chmielewski habe einmal in der Poststelle alle Fenster und Lampen zerschossen und sei, so habe Grill gehört, betrunken während einer Feier im Schutzhaftlager Häftlinge mißhandelt. Da waren auch Sturmscharführer Yentzsch und Oberscharführer Kluge dabei. Häftlinge seine an Krankheiten gestorben, oder am Zaun oder durch Exekutionen, Vergasung, Todbadeaktion. Grill gibt zu, einmal eine Exekution gesehen zu haben, weil das gesamte Lager anwesend sein musste, nach Anweisung von Ziereis. Bei Badeaktionen war er nie dabei, vielleicht wurde er mit Oberscharführer Gross verwechselt, der ihm ähnlich sieht. Diesen Gross hat Chmielewski später nach Hertogenbosch mitgenommen, sagt Grill. Grill sagt aus, dass Himmler sehr oft im Lager gewesen sei. Grill war auch in der Ordensburg Sonthofen als Ehrengarde. Das Lager wurde regelmäßig entlaust, nachdem 40 SS-Männer an Fieber gestorben waren, doch von einer Vergasung hat Grill nichts mitbekommen. Grill erklärt den Inhalt der Pakete und wie die Zensurierung und Verteilung funktionierte. In der Poststelle folgte ihm Obersturmführer Riemer nach, nachdem sich Grill nur noch um die NSV kümmerte. Grill wird nach SS-Männern befragt, die seiner Meinung nach wegen Badeaktionen in Dachau veruteilt worden sind und er nennt die beiden Oberscharführer Brust und Damaschke. Die Aussagen von Kowalski, Gomez und Kamienski seine falsch. Wer Briefe schreiben durfte von den Häftlingen wurde vom Reichssicherheitshauptamt in Berlin bestimmt, von dort hatte Grill eine Liste, sagt er.
AnmerkungenKnockl ist vermutlich Knokel - Schreibweise unklar
Personenschlagwort Wilhelm Karl (Willi) Grill, Franz Xaver Ziereis, Heinrich Himmler, Iffert, Carl Walter Chmielewski, Yentzsch, Kluge, Seidler, Schmidt, Brust, Damaschke, Knockl (sic), Gross, Riemer, Guyer, Krause, Kowalski, Nogaj
SchlagwortAusbildung, Poststelle, Dienstalltag, Besucher, RSHA
LevelEinzelstück