U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51883-51899
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51883-51899
SignaturDMP.000-50-5-6.51883
InhaltsbeschreibungSeite: 51883-51899, Emil Euler tritt in den Zeugenstand, er ist 63 Jahre alt, er ist Polizist aus Sobernheim an der Nahe. Er erklärt, wie der zur Waffen-SS kam. Er gehörte zum Kyffhaeuser-Bund und las dort einen Aufruf. Er meldete sich zum Dienst für sein Heimatland. Er dachte er käme zur Wehrmacht, doch er kam zur SS. Sein erster Einsatzort war das SS-Lager Hinzert. Er war zunächst ein simpler SS-Mann, bekam aber seinen Dienstrang aus dem 1. Weltkrieg wieder. 1942 gab es einen Befehl, dass sämtliche Kompanieführer mit langen Dienstzeiten zum SS-Ustf. befördert werden sollten - das war am 9.11.1942 der Fall, später wurde er zum SS-Ostf. befördert. Er bestreitet, in Ebensee einen Hund besessen zu haben. Er sei sogar selbst fast Opfer des Hundes "Lord" geworden, als er den Rapportführer Priebel aufsuchen wollte. Seiner Kompanie gehörten zwei Hundeführer an. Sie hatten bei ihm Quartier und Essen, ansonsten hatte er über sie aber keine Befehlsgewalt, sie unterstanden dem Lagerführer. In Gusen war der auch einmals Kommandoführer tätig, sagt Euler. Es sei falsch, dass er Lagerführer in Ebensee war. Die Lagerführer waren SS-Hstf. Jobst und SS-Ustf. Siegmann. Er schildert seine Teilnahme an einer Exekution in Ebensee. Daran nahmen SS-Hstf. Ganz, der Offizier Lindner, der SS-Ostf. Hendrich teil. Außerdem der Ortsgruppenleiter von Ebensee und der SS-Ustf. Engelhardt, der ewtas mit der Bauleitung zu tun hatte. Zunächst wurde das Urteil verlesen - gegen zwei Häftlinge, die geflohen waren. [eine Transkriptseite fehlt]. In Wr. Neudorf war nur eine Kompanie und die führte Euler, sonst hatte er mit dem Lager nichts zu tun, sagt er. In Ebensee war er wöchentlich im Tunnelbau, da ständig die Wachblockführer wechselten. Dabei sah er auch Mißhandlungen durch die Lagerpolizei - diese SS-Polizei wurde von SS-Ustf. Ziekman installiert im März 1945. Euler weiß auch vom Krematorium, er sah es auf seinen Rundgängen. Er sah auch die ankommenden Transporte, so auch den aus Melk.Er berichtet, dass Reischenbach nach Ankunft des Transports in die SS-Baracken kam, völlig betrunken, und einen Platz zum Schlafen suchte. Euler berichtet, dass Schiffter gerade die Wachmänner inspizierte, als plötzlich Kramer gelaufen kam, ganz aufgeregt berichtete er ihnen, dass Reischenbach gerade durchdrehe. Er habe Häftlinge selektiert, die er als Strafe für während des Transport geflüchtete jetzt erschießen lassen wolle. Doch Schiffter verhinderte das. Zu Beginn, als Euler nach Ebensee kam, gab es noch keinen Platz, wo die Offiziere essen konnten, sie aßen in einem kleinen Raum an der Spitze der Baracken. Dort schliefen sie und auch die drei Rapportführer. Er selbst sei nie im Lager gewesen, nur während des Essens mit dem Lagerführer und dem Rapportführer und einmal in der Tischlerei weil für seinen Raum eine Bank gezimmert wurde. Euler sah Schiffter einmal bei einer Exekution. Euler gibt zu, das Wort "umlegen" im Zusammenhang mit den Häftlingen mehrfach gebraucht zu haben, das sei jedoch von seinen Wachen nicht wörtlich genommen worden und auch nicht wörtlich gemeint gewesen. Sie sollten nur deren Flucht verhindern. Er kennt Franz Doppelreiter nur per Namen, Fritz Friese vom Sehen, dieser sei von der Luftwaffe gewesen. Er habe Friese einmal ermahnen müssen in einer dienstlichen Sache, deshalb sage er jetzt hier gegen ihn aus. Doppelreiter (mit ihm war er in Wr. Neudorf) und Emil Mueller habe er nie ermahnt. Einen Josef Kochwitz kennt er nicht.
PersonenschlagwortEmil Euler, Priebel, Jobst, Siegmann, Binzenbach, Schiffter, Reischenbach, Ganz, Lindner, Hendrich, Engelhardt, Kramer, Doppelreiter, Friese, Emil Mueller
SchlagwortPersonendaten, Dienstort, Beförderung, Wachhund, Exekution, Dienstunterstellung
LevelEinzelstück