U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51954-51970
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-6, Trial Transkript, S. 51954-51970
SignaturDMP.000-50-5-6.51954
InhaltsbeschreibungSeite: 51954-51970, Geigers Befragung geht weiter. Er wird zu seiner Zeit als Lagerarzt in Schlier befragt. Er war dort von September 1943 bis Dezember 1943. [Der Ankläger bringt ein Dokument ein, offenbar eine Kopie eines Schreibens von Ziereis vom 11.5.1944; der Verteidiger erhebt Einspruch, es sei auf der Kopie nicht ersichtlich, ob das Schreiben wirklich aus Mauthausen käme]. In diesem Schreiben geht es offenbar um den wahren Grund für Geigers Entfernung aus Ebensee. Das Schreiben wird letztlich zugelassen. Das Gericht fragt Geiger, ob er Theodor Haeussler kennt, er sagt nein. Er wird mit Aussagen des Belastungszeugen konfrontiert und leugnet dessen Behauptungen - bezüglich des Zustands der Häftlinge im Lager. Als er nach Ebensee kam, habe es täglich sieben Todesfälle gegeben. Er habe zahlreiche Proben nach Wien an das bakteriologische Institut gesendet, allesamt besagten, dass es keine Fälle von Diahrroe seien, sondern eine innere Erkrankung von der schlechten Ernährung. Es sei falsch, dass im Winter die Häftlinge vor dem Revier in der Kälte auf Behandlung warten mussten - nicht während seiner Zeit, sagt Geiger. Von den Häftlingen, die sich selbst verletzt hatten, weiß Geiger schon - sie hatten sich je zwei Finger abgeschnitten. Später wurden sie erschossen. Geiger untersuchte die Erschossenen später und mahnte die Häftlinge im Revier daraufhin, dass das die Folge sei, wenn man sich selbst verletze. Er meldete den Fall auch dem Abwehrbeauftragten. Geiger hält es für ausgeschlossen, dass hinter seinem Rücken Injektionen verabreicht wurden, dies hätte ihm Dr. Quenouille sicher gemeldet. Er wird nach einigen Daten seines vorliegenden Wehrstammbuches gefragt. Geiger erklärt dann, wie es zum Schreiben von Ziereis zu seiner Person gekommen ist. Er habe einen schweren Verweis von Ziereis erhalten. In Ebensee - etwa im April - sei Riemer zu ihm gekommen und habe ihn um eine Totenbericht gebeten. Geiger wollte die Leiche sehen, doch Riemer sagte ihm, die Leiche sei schon weg. Es war die Leiche eines gewissen Suitterlin. Geiger weigerte sich, den Bericht ohne Leiche zu schreiben. Riemer erklärte ihm, dieser Häftlinge habe Selbstmord begangen indem er das Bett, in dem er lag in Brand gesteckt hat. Geiger schrieb einen Bericht, in dem er sich auf die Informationen eines Häftlingsarztes berief. Die Leiche habe laut diesem Häftlingsarzt Brandwunde aufgewiesen, aber auch Messerstiche in Herznähe. Dieser Fall wurde dann von SS- und Polizeigericht untersucht. Seit diesem Bericht sah Riemer in Geiger einen Feind und schwärzte ihn bei Ziereis an. Ziereis bekam einen Brief von Riemer, in dem dieser Geiger mangelndes Engagement vorwarf. Auch wurde Geiger vorgeworfen, dass er seine Frau in die Nähe geholt hatte. Doch dies sei ihm von der Kommandantur erlaubt worden, seine Frau half ihm bei seiner schweren Arbeit. Geiger war Truppenarzt an der Front bis September 1943 - (Servian Camp und Rhesw in Russland). Dann hatte er Herzprobleme. Danach wurde er gegen seinen Willen zum SS-WVHA überstellt und kam in den KZ-Dienst. Zum Beweis wird sein Soldbuch als Beweismittel eingebracht. Er war ab Juli 1943 in Bad Nauheim im Krankenhaus mit Herzproblemen. Seine letzte SS-Einheit war die bewaffnete Infanterie, 9. Division, Hohenstauffen, dort war er von 21.5.1943 bis 10.7.1943, dann im Krankenhaus und dann ab 2.9.1943 in Mauthausen.
PersonenschlagwortHans Joachim Geiger, Franz Xaver Ziereis, Riemer, Dr. Quenouille
SchlagwortKonflikt, Personendaten, Versetzung, Verwarnung, Häftlingsrevier, Krankheit
LevelEinzelstück